Paris (dpa) - Der französische Atomkonzern Areva hat seinen geplanten Stellenabbau in Deutschland bestätigt. «Die Entscheidung zum Atomausstieg der Regierung in Deutschland zwingt uns zum Abbau von 1200 bis 1500 Stellen von rund 6000», sagte Areva-Chef Luc Oursel der Zeitung «Le Figaro» (Dienstag).

Schon zuvor hatte der Betriebsrat über ähnliche Zahlen berichtet. Auf einer Pressekonferenz äußerte sich Oursel am Dienstag dann nicht mehr zu konkreten Zahlen. Er betonte aber vor allem mit Blick auf Frankreich, dass es im Verwaltungsbereich einen Einstellungsstopp geben werde. Die Zahl der so eingesparten Stellen werde im Bereich von «einigen hundert» liegen.

Oursel stößt mit seinen Sparplänen auf Widerstand. Der europäische Betriebsrat forderte ihre Aussetzung, berichtete die französische Wirtschaftszeitung «La Tribune» (Dienstag). Begründung: Er sei zuvor weder über die Umstrukturierung informiert noch konsultiert worden.

Das Blatt zitiert das Betriebsrats-Mitglied Maureen Kearney mit den Worten: «Sollte der Vorstand nicht unseren Forderungen entsprechen, bin ich beauftragt, vor Gericht zu ziehen.» Der TV-Sender BFM bestätigte entsprechende Gewerkschaftsforderungen.

Areva erwartet angesichts der Folgen des Atomunglücks in Fukushima sowie von massiven Wertberichtigungen heftige Verluste. Der zu 87 Prozent vom Staat kontrollierte Weltmarktführer will nun bis 2015 jährlich etwa eine Milliarde Euro einsparen. Angekündigt wurden Stellenstreichungen und die Aussetzung geplanter Investitionen.