Düsseldorf/Athen (dpa) - Die großen Banken und Versicherer halten einem Bericht zufolge auch nach dem jüngsten EU-Gipfel an einem freiwilligen Verzicht auf 50 Prozent des Nennwerts ihrer Griechenland-Anleihen fest.

Das habe eine «Handelsblatt»-Umfrage ergeben, berichtete die Zeitung am Dienstag. Der Weltbankenverband IIF befinde sich derzeit in letzten Gesprächen, um die Details des Schuldenschnitts festzulegen, heißt es unter Berufung auf Finanzkreise weiter. Das solle bis Freitag dieser Woche geschehen.

Am Vortag hatte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos allerdings noch davon gesprochen, dass mit einem Abschluss der komplizierten Verhandlungen erst im Januar zu rechnen sei. Venizelos führt zurzeit Gespräche in Athen mit dem IIF-Geschäftsführer Charles Dallara. «Das wäre ja toll - wenn das so leicht wäre», hieß es im griechischen Fernsehen nach Bekanntwerden des Berichts.

Beim jüngsten EU-Gipfel hatten die Staats- und Regierungschefs beschlossen, dass der Schuldenschnitt in Griechenland ein Einzelfall bleiben soll. Mit Ausnahme Großbritanniens hatten die EU-Staaten auch eine Stabilitätsunion beschlossen. Nachdem die Finanzmärkte diese Entscheidung noch am Freitag positiv bewertet hatten, löste am Montag die Ratingagentur Moody's neue Nervosität aus. Die Experten erklärten, der Gipfel habe keine «entscheidenden» Maßnahmen hervorgebracht.

Am Abend legte auch Fitch nach: Das Spitzentreffen habe wenig dazu beigetragen, den Schuldendruck von der Währungsunion zu nehmen. Laut Moody's werden die Bonitätsnoten aller EU-Staaten im ersten Quartal 2012 einer genauen Prüfung unterzogen.

Erklärung der Staats- und Regierungschefs