München (dpa) - Franz Beckenbauer ist gegen die Einführung der Torkamera. «Der Fußball ist ein einfaches Spiel mit einfachen Regeln, das sollte man auch so belassen», sagte der 66-jährige Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters Bayern München dem Fernsehsender Sky Sport News.

«Das Menschliche» dürfe nicht außen vor gelassen werden. Statt einer Torkamera würde Beckenbauer lieber zwei zusätzliche Schiedsrichter-Assistenten sehen.

Sogenannte Torrichter werden momentan schon im Europapokal vom europäischen Fußball-Verband UEFA getestet. Zusätzliche Assistenten könnten «auch den Strafraum beobachten, wenn einer hält, wenn einer stößt», äußerte Beckenbauer. Von daher sei «viel mehr möglich» mit zusätzlichen Assistenten - anstatt einer Kamera, die ausschließlich offenbare, ob ein Ball die Torlinie überschritten habe oder nicht.

FIFA-Boss Sepp Blatter hatte sich nach jahrelangem Zögern zuletzt noch für die Technik im Fußball ausgesprochen. Das Hilfsmittel erleichtere den Unparteiischen die Arbeit, betonte der Schweizer. «Mindestens eines dieser Hilfsmittel muss man jetzt zulassen - und das ist die Tor-Kamera. Es gibt inzwischen Systeme, die Genauigkeit, Schnelligkeit und das Unkomplizierte vereinen. Wir sind so weit, um diese Technik zu nutzen», hatte Blatter erklärt.