New York (dpa) - Der Maler und Bildhauer Anselm Kiefer ist in New York mit der Leo-Baeck-Medaille geehrt worden. «Es gibt keinen Künstler, der diese Medaille mehr verdient hätte», sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bei einer Gala im Waldorf Astoria Hotel.

Anselm Kiefer sei es mit zu verdanken, dass Deutschland seine Vergangenheit aufgearbeitet habe, auch den Holocaust.

Die Medaille erinnert an den von den Nazis verfolgten Rabbiner und Philosophen Leo Baeck. Sie wird seit 1978 von dem gleichnamigen Institut in New York an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die deutsch-jüdische Aussöhnung verdient gemacht haben. «Ich war überrascht, als ich hörte, dass ich die Auszeichnung bekomme», sagte Kiefer.

Der 66-jährige Künstler aus Donaueschingen hat sich intensiv mit dem Grauen der Nazi-Zeit auseinandergesetzt. Seine Arbeiten - unter anderem Selbstporträts, auf denen er mit Hitlergruß posiert - lösten teils heftige Diskussionen aus und wurden auch stark kritisiert. «Seine Kunst war nie bequem», sagte Westerwelle.

Zum ersten Mal wurde bei der Gala auch der Moses Mendelssohn Sonderpreis vergeben, der an den ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger (88) ging. «Henry Kissinger hat Deutschland niemals im Stich gelassen», sagte Westerwelle. Kissinger sei «ein Garant für die transatlantische Freundschaft».