Berlin (dpa) - Im Zuge des mutmaßlichen Großbetrugs mit gefälschten Bio-Lebensmitteln in Italien sind wahrscheinlich einige hundert Tonnen nach Deutschland gelangt.

Nach Informationen italienischer und deutscher Behörden sei nach gegenwärtigem Kenntnisstand von einer «mittleren dreistelligen Tonnage» auszugehen, teilte das Bundesverbraucherministerium am Dienstag in Berlin mit. Es solle sich vor allem um Futtermittel wie Soja und Raps gehandelt haben. Eine Gesundheitsgefahr habe nicht bestanden. Die Produkte hätten aber nicht als Bioware verkauft werden dürfen.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, wenn sich die ersten Angaben aus Italien bewahrheiteten, handele es sich wohl um «Betrug in großem Stil». Der Fall müsse schnell und vollständig von den dortigen Behörden aufgeklärt werden.

In Deutschland hatte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn über die Polizei erste Informationen über gefälschte Bio-Zertifikate sowie Empfängerfirmen erhalten und die Daten an die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer weitergegeben. Es lägen aber bisher keine Angaben des italienischen Landwirtschaftsministeriums zur Gesamtmenge der nach Deutschland gelieferten Waren vor, hieß es.