Stadler: Audi überholt erstmals Mercedes =

Ingolstadt/Stuttgart (dpa) - Audi wird Mercedes nach Überzeugung von Konzernchef Rupert Stadler bei der Zahl der verkauften Autos in diesem Jahr erstmals überholen. «An diesem Fakt ist nicht mehr zu rütteln», sagte Stadler dem «Handelsblatt» (Dienstag). In den ersten elf Monaten des Jahres setzte Audi 1,19 Millionen Autos ab - Mercedes kam auf 1,14 Millionen Fahrzeuge. Spitzenreiter in der Premiumklasse bleibt unangefochten BMW: Seit Januar setzte der Münchner Autobauer bereits 1,51 Millionen Fahrzeuge ab. Jahrzehntelang war Mercedes die unumstrittene Nummer eins unter Deutschlands Oberklasseherstellern. Doch seit der Jahrtausendwende hat sich das Bild gewandelt. Das durchschnittliche Wachstum betrug bei Audi in der vergangenen Dekade jährlich 6,4 Prozent, errechneten Experten der Credit Suisse dem Bericht zufolge in einer aktuellen Studie. BMW legte um 4,7 Prozent zu, Mercedes nur um 1,5 Prozent. Grund ist vor allem die Dominanz von Audi in China.

W&W greift nach Sex-Eskapaden in Rio durch =

Stuttgart (dpa) - Nach den Sex-Eskapaden seiner Spitzenkräfte auf einer Belohnungsreise an die Copacabana zieht der Finanzkonzern W&W die Notbremse: «Zwei selbstständige Handelsvertreter, die die Reise als Führungskräfte begleitet haben, sind mit sofortiger Wirkung suspendiert worden», teilte die Wüstenrot-&-Württembergische-Gruppe am Dienstag mit. Mehr noch: Teure Touren als Honorierung für verdiente Mitarbeiter seien mit sofortiger Wirkung gestrichen. Kritik gab es derweil von der Lobby der Versicherungskaufleute: Die Sex-Sause bringe den gesamten Berufsstand der Vermittler in Verruf.

Tui: Hapag-Anteile sollen ans Eignerkonsortium gehen =

Hannover (dpa) - Der Reisekonzern Tui will seine Hapag-Lloyd-Restbeteiligung an das Eignerkonsortium der Reederei um die Stadt Hamburg und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne verkaufen. Tui werde bis zum 2. Januar 2012 von seinem Andienungsrecht für einen Anteil von 33,3 Prozent Gebrauch machen. Das habe der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am Dienstag in Hannover beschlossen, teilte Tui mit. Der größte europäische Tourismus-Konzern zieht damit eine von vornherein vereinbarte Verkaufsoption für ein Drittel der Anteile. Der Reiseriese ist noch mit 38,4 Prozent an der Containerreederei beteiligt, will dieses Paket aber verkaufen und sich allein auf das Reisegeschäft konzentrieren.

Griechenland: Gläubiger bleiben bei Zusage für Schuldenschnitt =

Athen/Berlin (dpa) - Auch nach dem jüngsten EU-Gipfel zur Euro-Rettung halten die großen Banken und Versicherer einem Bericht zufolge an dem freiwilligen 50-prozentigen Schuldenschnitt für Griechenland fest. Das berichtete das «Handelsblatt» am Dienstag unter Berufung auf eine Umfrage. Der Weltbankenverband IIF befinde sich derzeit in letzten Gesprächen, um die Details festzulegen, hieß es unter Berufung auf Finanzkreise weiter. Das solle bis Freitag dieser Woche geschehen. Beide Seiten haben sich aber noch nicht endgültig einigen können, wie es aus Kreisen des Finanzministeriums hieß.

Euro-Rettung: Breite Unterstützung für Gipfel-Beschlüsse bröckelt =

Berlin/Straßburg/Prag (dpa) - Die breite Unterstützung für die Brüsseler Beschlüsse zur Euro-Rettung bröckelt. Nun geht auch Tschechien auf Distanz, nachdem sich schon Großbritannien kategorisch geweigert hatte, die Einigung mitzutragen. «Nachdrücklich zu erklären, dass wir ein unbeschriebenes Blatt Papier unterschreiben werden, wäre eine sehr kurzsichtige politische Entscheidung», sagte Ministerpräsident Petr Necas am Dienstag in Prag. Im EU-Parlament musste sich Großbritanniens Premierminister David Cameron harsche Kritik wegen seiner Verweigerungshaltung beim Krisengipfel gefallen lassen.

Saab trotz Soforthilfe aus China akut gefährdet =

Stockholm (dpa) - Der Autohersteller Saab hat mit chinesischer Hilfe Schulden bei der Staatskasse beglichen, kämpft aber weiter mit akuter Insolvenzgefahr. Wie Unternehmenssprecher Eric Geers am Dienstag im Rundfunksender SR mitteilte, sind vom Autohersteller Youngman 3,4 Millionen Euro (31 Mio Kronen) bereitgestellt worden. Offen blieb, ob und wann Saab die seit zwei Wochen überfälligen Löhne und Gehälter für die 3500 Beschäftigten im Stammwerk Trollhättan auszahlen kann. Hierfür benötigt das Unternehmen nach Medienangaben etwa 100 Millionen Kronen. Saab muss außerdem bis spätestens Donnerstag vor einem Gericht im westschwedischen Vänersborg einen glaubhaften Geschäftsplan vorlegen, um die drohende Insolvenz abzuwenden.

Deutsche Bauern verdienen wieder besser =

Berlin (dpa) - Trotz monatelang ungünstiger Wetterbedingungen sind die Einkommen der deutschen Landwirte nach zwei Krisenjahren wieder spürbar gestiegen. Je Arbeitskraft legte der Gewinn im Schnitt auf 30 200 Euro nach zuvor 22 500 Euro zu, wie der Deutsche Bauernverband am Dienstag in Berlin für das Geschäftsjahr 2010/11 mitteilte. Das entsprach einem monatlichen Bruttoeinkommen von rund 2520 Euro, wovon aber noch Investitionen finanziert werden müssen. Vor allem Ackerbau- und Milchviehhöfe konnten ihre Ergebnisse klar verbessern, während Schweine- und Geflügelbetriebe Einbußen erlitten. Im neuen Jahr sollen die Verbraucher mit relativ stabilen Preisen rechnen können. Die Branche habe sich von den Einbrüchen der Wirtschaftskrise so gut wie die Gesamtwirtschaft erholt, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner.

Areva-Chef bestätigt Stellenstreichung - Gewerkschafts-Protest =

Paris (dpa) - Der französische Atomkonzern Areva hat seinen geplanten Stellenabbau in Deutschland bestätigt. «Die Entscheidung zum Atomausstieg der Regierung in Deutschland zwingt uns zum Abbau von 1200 bis 1500 Stellen von rund 6000», sagte Areva-Chef Luc Oursel der Zeitung «Le Figaro» (Dienstag). Schon zuvor hatte der Betriebsrat über ähnliche Zahlen berichtet. Auf einer Pressekonferenz äußerte sich Oursel am Dienstag dann nicht mehr zu konkreten Zahlen. Er betonte aber vor allem mit Blick auf Frankreich, dass es im Verwaltungsbereich einen Einstellungsstopp geben werde. Die Zahl der so eingesparten Stellen werde im Bereich von «einigen hundert» liegen.

ZEW: Konjunkturerwartungen leicht gestiegen =

Mannheim (dpa) - Erstmals seit neun Monaten zeigen die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzmarktexperten wieder leicht nach oben. Der ZEW-Konjunktur-Index stieg im Dezember überraschend um 1,4 Punkte auf minus 53,8 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. «Bei den Konjunkturerwartungen scheint die Bodenbildung erreicht worden zu sein», erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die Experten rechneten anscheinend mit einer geringeren Dynamik, aber nicht mit einem Absturz der deutschen Wirtschaft im nächsten halben Jahr. Die Trendwende kam unerwartet: Von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf minus 55,4 Punkte gerechnet.

Deutsche Börse und NYSE kämpfen um Fusion - Neue Zugeständnisse =

Frankfurt/New York (dpa) - Die Deutsche Börse und die NYSE Euronext kämpfen verzweifelt um die Genehmigung ihrer geplanten Megafusion. Die Börsenbetreiber haben den EU-Wettbewerbshütern weitere Zugeständnisse gemacht, wie die Unternehmen am Dienstag in Frankfurt und New York mitteilten. Dadurch verlängere sich die Prüfungsfrist durch die EU bis zum 9. Februar 2012. Zuletzt war ein Abschluss am 23. Januar erwartet worden. Die Unternehmen kämpfen derzeit an zwei Fronten: Neben der EU-Kommission hat auch die hessische Börsenaufsicht Bedenken gegen den milliardenschweren Deal. Dennoch rechnen die Unternehmen mit einem Abschluss der Fusion noch im ersten Quartal 2012. Die EU-Kommission hatte Anfang Oktober vor allem Bedenken beim Derivatehandel angemeldet, wo die neue Megabörse eine starke Stellung hätte.

Dax setzt sich nach neuen Konjunkturdaten in der Pluszone fest =

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Standardwerte haben sich nach einer Berg- und Talfahrt am Morgen in der Pluszone festgesetzt. Der Dax gewann zuletzt 0,59 Prozent auf 5820 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte stieg um 0,78 Prozent auf 8625 Punkte, der TecDax kletterte um 0,91 Prozent auf 672 Punkte. Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,65 (Vortag: 1,67) Prozent. Der Eurokurs fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3181 (Montag: 1,3251) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7587 (0,7547) Euro.