Washington/Bonn/New York (dpa) - Die Deutsche Telekom und ihr US-Partner AT&T versuchen, die Übernahme des Mobilfunkanbieters T-Mobile USA noch zu retten. «Wir prüfen ob, und wie wir unsere aktuelle Transaktion überarbeiten können, um die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten».

Das erklärten die beiden Konzerne am Montag. Sie würden sich nun Zeit «für die Bewertung aller möglichen Optionen» nehmen, hieß es. Sowohl das US-Justizministerium als auch der Netzregulierer FCC hatten sich gegen den 39 Milliarden Dollar schweren Verkauf von T-Mobile USA an AT&T ausgesprochen, weil sie fürchten, dass der Wettbewerb darunter leidet und die Kunden am Ende höhere Gebühren zahlen müssen. Auch Konkurrenten laufen Sturm. Wenn AT&T sich T-Mobile USA einverleibt, entsteht der größte Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten.

Das Justizministerium hatte gegen den Verkauf geklagt. Das Verfahren wird jetzt ausgesetzt. Die zuständige Richterin Ellen Segal Huvelle gab am Montag dem entsprechenden Antrag der Firmen und des Justizministeriums statt. «Gemeinsam mit AT&T arbeiten wir an einer Lösung, die im besten Interesse unserer jeweiligen Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter ist», erklärte die Telekom. Die Firmen sollen dem Gericht bis zum 12. Januar mitteilen, wie sie sich entschieden haben. Am 18. Januar soll dann eine Anhörung stattfinden.

Zwischenzeitlich war bereits über einen Plan B spekuliert worden, etwa eine Kooperation statt eines Verkaufs. Derartige Überlegungen hatten die Unternehmen aber scharf zurückgewiesen. Die Partner betonen weiterhin: «Nur durch die Kombination unserer Netzwerke werden wir in der Lage sein, Kapazitätserweiterungen und einen verbesserten Kundenservice bereitstellen zu können.»

Die Deutsche Telekom und AT&T hatten die Übernahme im März eingefädelt und wollten sie eigentlich binnen eines Jahres unter Dach und Fach bringen. Für beide geht es um viel: Die Telekom würde ein Sorgenkind los und AT&T würde dringend benötigte neue Frequenzen bekommen. Das derzeitige Netz ächzt unter dem stetig steigenden Datenstrom der Smartphones.

Der Satellitenfernseh-Anbieter Dish bot sich am Montag der Telekom als Partner an, wenn der Verkauf an AT&T am Ende scheitern sollte. Das tat Dish-Chef Joseph Clayton gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg kund. Dish will einen eigenen Mobilfunkservice aufziehen.

Ein Scheitern der Übernahme könnte für AT&T teuer werden: Der US-Konzern müsste der Deutschen Telekom einen Ausgleich zahlen und Mobilfunk-Frequenzen abtreten. AT&T stellte bereits 4 Milliarden Dollar dafür zurück. Für die Telekom wäre dies allerdings nur ein schwacher Trost, denn es stünden über kurz oder lang milliardenschwere Investitionen in den Netzausbau an. T-Mobile USA kämpfte zuletzt mit einem Kundenschwund.

AT&T-Stellungnahme beim WSJ

Entscheidung der Richterin bei der NYT

WSJ-Bericht zu Plan B - kostenpflichtig

Bloomberg zu Dish