New York/Los Angeles (dpa) - Verzweifelt ist der ein oder andere dieser Tage auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk und gibt für etwas Besonderes auch gern mal ein bisschen mehr aus. Gar nicht so abwegig, dass Auktionshäuser ihre Versteigerungen kurz vor dem Fest ausrufen.

Ob es die kostbaren Juwelen der Film-Diva Elizabeth Taylor sind, Requisiten aus großen Hollywoodstreifen oder gar das Bett, in dem Michael Jackson starb: Derzeit kommt in den USA so einiges unter den Hammer.

400 persönliche Gegenstände der Oscar-Preisträgerin Liz Taylor werden bis Freitag bei Christie's in New York versteigert. Für Schlagzeilen sorgte bereits das Diamantencollier mit der Perle «La Peregrina». Das Schmuckstück erzielte einen Kaufpreis in Höhe von 11,8 Millionen Dollar (mehr als neun Millionen Euro). Der Käufer möchte unbekannt bleiben. Möglicherweise auch, weil seine Liebste nichts von dem Kauf vor Heiligabend erfahren soll.

Ungewöhnlich - allerdings weit unromantischer - geht es an der Westküste zu: Hollywood braucht Platz im Requisitenschrank und mustert aus. Darunter auch die Couch der TV-Serie «Friends». Das Mindestgebot liegt knapp über 4500 Euro. Das Auktionshaus «Profiles in History» versteigert an diesem Donnerstag und Freitag über 1200 Requisiten in Beverly Hills. Rotgoldene Schuhe, die im Film «Der Zauberer von Oz» zu sehen sind, gelten bisher als die begehrtesten Versteigerungsobjekte. Der Startpreis beginnt bei zwei Millionen Dollar.

Nicht weit davon entfernt sorgt eine weitere Versteigerung für Aufsehen. «100 North Carolwood Drive» ist nicht nur die Adresse, sondern auch der Titel der Auktion. Es handelt sich um das Haus, in dem Michael Jackson die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Das Gebäude steht zum Verkauf, das Interieur kommt am Samstag bei «Julien's» in Beverly Hills unter den Hammer.

Zu ersteigern ist unter anderem das Bett des «King of Pop», aber auch ein Spiegelschrank mit einer Inschrift des Sängers. Der Auktionator erhofft sich einen Rekordpreis für das antike Möbelstück. Der Andrang könnte sich allerdings in Grenzen halten, denn nicht jeder weiß, wer hinter der Anschrift steckt. «Julien's» achtet penibel darauf, dass der Name Michael Jackson im Zusammenhang mit der Auktion nicht fällt.

Dabei könnte die Verbindung zu Jackson ein Verkaufsargument für die teilweise schon sehr unmodern gewordenen Möbelstücke sein. Bei Liz Taylor zumindest funktioniert es. Allein die Versteigerung ihres Schmucks mit einem Gesamtergebnis von 116 Millionen Dollar (89 Millionen Euro) wurde von Christie's als die erfolgreichste Juwelen-Versteigerung überhaupt ausgegeben.

Auch die Garderobe der vor neun Monaten gestorbenen Hollywood-Diva findet reißenden Absatz. Ein Abendkleid aus silbernem Brokat von Christian Dior mit passender Tasche, das Liz bei einem Ball von Guy de Rothschild und Frau in deren Landhaus in Brie (Frankreich) getragen hatte, wurde einem US-Museum für 362 500 Dollar statt des Schätzwertes von 4000 bis 6000 Dollar zugeschlagen.

Nicht ein einziges Los blieb an den ersten zwei der vier Auktionstage übrig. Jeder erzielte Preis übertraf die Erwartung bei weitem - möglicherweise, weil bei den Käufern noch das ein oder andere Weihnachtsgeschenk gefehlt hatte.