Frankfurt/Main (dpa) - Nach drei schwachen Tagen hat sich der Dax am Donnerstag auf Erholungskurs begeben. Auslöser waren laut Händlern neben einer erfolgreich verlaufenen Auktion spanischer Staatsanleihen erfreuliche US-Konjunkturdaten sowie der anstehende Verfall von Futures und Optionen an den Terminbörsen.

Sein Tageshoch von knapp unter 5800 Punkten konnte der deutsche Leitindex bis Handelsschluss jedoch nicht verteidigen, er ging mit einem Plus von 0,98 Prozent bei 5730,62 Punkten aus dem Handel. Der MDax gewann 1,43 Prozent auf 8518,66 Punkte, und der TecDax legte um 0,94 Prozent auf 667,40 Punkte zu.

«Der Großteil der Börsenteilnehmer ist verunsichert und hält sich mit Investitionen am Aktienmarkt zurück», kommentierte Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser den erneut schwankungsreichen Tag. Den Grund für die teils kräftigeren Kursausschläge sah er vor allem in dem an diesem Freitag anstehenden «Hexensabbat», dem großen Verfallstermin. «Der eine oder andere dürfte sich gewünscht haben, dass der Dax gen 6000 Punkte läuft und in diese Richtung agiert haben, was aber nicht geklappt hat.»

Zudem verwies Helmer auf das derzeit sehr enge Zusammenspiel von Euro und Börse. «Schwächelt der Euro, schwächelt auch der Aktienmarkt.» Die Gemeinschaftswährung, deren Referenzkurs von der Europäischen Zentralbank am Nachmittag noch auf 1,3019 (1,2993) Dollar festgelegt worden war, sank am frühen Abend zeitweise unter 1,30 Dollar. Zuletzt stand der Euro wieder bei 1,3012 Dollar.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Finanzunternehmen. An der Indexspitze knüpften die Titel der Commerzbank mit plus 6,68 Prozent auf 1,310 Euro an ihr Vortagesplus an. Erneut hätten Spekulationen über einen Verkauf des Immobilienfinanzierers Eurohypo den Kurs hochgetrieben, sagten Händler. Die Papiere der Allianz stiegen um 2,98 Prozent und die Titel der Deutschen Bank legten um 1,47 Prozent zu.

Die Siemens-Papiere gaben dagegen um 0,75 Prozent auf 71,54 Euro nach und zählten damit zu den größten Verlierern im Leitindex. Nachdem die Volkswirte von der US-Bank Goldman Sachs ihre Konjunkturprognosen gesenkt hatten, stufte Goldman-Sachs-Analyst Aaron Ibbotson nun den konjunktursensiblen europäischen Investitionsgütersektor ab und senkte in der Folge auch seine Bewertung für die Siemens-Aktie sowie das Kursziel.

Im MDax schnellten die am Vortag schon kräftig gestiegenen Tui-Anteile nach positiven Studien um weitere 12,09 Prozent hoch. Die Anteilsscheine von Hugo Boss waren mit plus 5,70 Prozent auf 58,40 Euro zweitstärkster Wert. Der Modekonzern erwartet nach einem gut gelaufenen Weihnachtsgeschäft glänzende Zahlen für 2011. Zudem rechnet Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs auch 2012 mit weiterem Wachstum.

Der EuroStoxx 50 beendete den Tag mit plus 0,86 Prozent auf 2224,89 Punkte und auch die Börsen in London und Paris legten zu. In den USA gewann der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss 0,40 Prozent hinzu, während die Nasdaq-Börsen moderat nachgaben.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,53 (Mittwoch: 1,62) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,51 Prozent auf 131,26 Punkte. Der Bund Future sank um 0,15 Prozent auf 137,65 Punkte.