Berlin (dpa) - Nach zwei Tagen teils heftiger Kritik hat Bundespräsident Christian Wulff sein Schweigen zu einem umstrittenen Privatkredit von 500 000 Euro gebrochen. «Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte. Ich bedauere das», erklärte Wulff.

Wulff hatte 2010 im niedersächsichen Landtag den Kredit der Unternehmergattin Edith Geerkens nicht erwähnt, obwohl er nach seinen Geschäftsbeziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens gefragt worden war.

«Es wäre besser gewesen, wenn ich auf die Anfrage der niedersächsischen Abgeordneten im Landtag über die konkreten Fragen hinaus auch diesen privaten Vertrag mit Frau Geerkens erwähnt hätte, denn in der Sache hatte und habe ich nichts zu verbergen», erklärte Wulff jetzt.

Weiter heißt es in der Mitteilung: «Ich verstehe das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien. ... Auch im Interesse der Trennung von Amt und Person werde ich die Vertragsunterlagen und weitere Papiere bei einem Anwaltsbüro hinterlegen, damit interessierte Medien sie einsehen können.»

«Die Wahrnehmung öffentlicher Ämter verlangt zu jedem Zeitpunkt ein hohes Maß an Integrität und Verantwortungsbewusstsein. Dies gilt in ganz besonderer Weise für das Amt des Bundespräsidenten. Ich habe bei Übernahme meines Amtes zugesagt, meine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben. Dieser Anspruch ist mir Verpflichtung.»

Erklärung Wulffs

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