Düsseldorf (dpa) - Mailand, Madrid, Barcelona oder Warschau, Nikosia, Piräus: Die verblieben vier deutschen Vereine im Europapokal hoffen bei der Auslosung am Freitag auf Losglück, denn bei der Ziehung in Nyon warten in der ersten K.o.-Runde unangenehme Gegner.

«Das schwerste Los wäre sicherlich der AC Mailand», sagte Philipp Lahm. Der Kapitän des FC Bayern München blickt der Auslosung dennoch gelassen entgegen, weil für den Rekordmeister die Wahrscheinlichkeit eines «Hammer-Loses» gering ist. «Das Schöne ist, dass wir uns als Tabellenerster qualifiziert haben. Da vermeidet man die großen Brocken», sagte Lahm. Ganz anders sieht es für Bayer Leverkusen aus.

Neben Titelverteidiger FC Barcelona drohen dem Zweiten der Vorrunden-Gruppe E schon im Achtelfinale der Champions League die Top-Clubs Inter Mailand, FC Arsenal oder der Gegner aus dem verlorenen Finale 2002 - Real Madrid. Für den erfahrenen Bayer-Profi Michael Ballack wäre das kein Problem. «Wir sollten uns auf die kommenden Spiele freuen, Begegnungen gegen Barcelona oder Madrid wären doch absolute Highlights», meinte der Ex-Nationalspieler.

Auch Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hat keine Angst vor große Namen. «Alles, was nun kommt, ist ein wunderschönes Zubrot», sagte Holzhäuser. Durch das Erreichen des Achtelfinales hat der Club schon Mehreinnahmen von drei bis vier Millionen Euro eingespielt. Von den sechs möglichen Gegnern der Leverkusener scheinen auf dem Papier nur APEL Nikosia und Benfica Lissabon lösbare Aufgaben zu sein.

Geld ist für Bayern München in diesem Champions-League-Jahr eher zweitrangig. In München haben sie ein anderes, ein größeres Ziel: «Wir haben den großen Traum, im Mai nächsten Jahres das Finale in München zu spielen», wiederholte Torwart Jörg Butt die Zielsetzung. Unter den insgesamt sechs Gruppenzweiten, die als Bayern-Gegner möglich sind, wäre der AC Mailand mit dem ehemaligen Bayern Kapitän Mark van Bommel wohl der größte Stolperstein.

Heynckes warnte aber schon vor Tagen vor einem möglichen Duell mit ManU-Besieger FC Basel. «Basel hat vielleicht nicht so einen klangvollen Namen wie Milan, aber ist vielleicht viel schwieriger zu besiegen», sagte der Trainer. Außerdem könnte auf die Bayern im Februar ein beschwerlicher Wintertrip zu Zenit St. Petersburg oder ZSKA Moskau zukommen. Als Gruppenerster haben die Bayern zunächst ein Auswärtsspiel. Weitere potenzielle Bayern-Gegner sind Olympique Lyon und Franck Ribérys Ex-Club Olympique Marseille.

In der Europa League hoffen Hannover 96 und Schalke 04 auf attraktive Gegner und zugleich machbare Aufgaben. Das Nachrücken der prominenten Champions-League-Verlierer Manchester United und Manchester City macht es nicht leichter. Doch nur Hannover kann als Vorrunden-Gruppen-Zweiter schon in der ersten K.O.-Runde auf einen der englischen Top-Clubs treffen. 96-Manager Jörg Schmadtke würde sich darüber sogar freuen. «Ich würde 96 ja gerne mal in Old Trafford sehen», wünscht sich der Ex-Torwart ManU als Gegner.

Schalke 04 hat es nach dem souveränen Gruppensieg in der Vorrunde vermeintlich leichter. Teams wie Legia Warschau, FC Salzburg oder Viktoria Pilsen sind für «Königsblau» wahrscheinlicher, als der FC Porto oder Lazio Rom mit Nationalstürmer Miroslav Klose. Ein deutsch-deutsches Duell wird es nicht geben.