Hamburg/Norderstedt (dpa) - Die Migrantenquote eines Kleingärtnervereins aus Norderstedt in Schleswig-Holstein sorgt weiter für Aufsehen. Die erneute Abstimmung über die Quote am Donnerstagabend wird mit großem Interesse erwartet.

Die Kleingärtner hatten im Oktober beschlossen, nur noch 12,6 Prozent - also neun ihrer insgesamt 73 Parzellen - an Menschen mit ausländischen Wurzeln zu vergeben. Dafür votierte die Mehrheit der 70 Teilnehmer bei einer Versammlung, elf stimmten dagegen.

Die Stadt Norderstedt will ihre Integrationsbeauftragte als Beobachterin zu der Mitgliederversammlung schicken. Sie geht davon aus, dass der Verein den Beschluss zurücknimmt. «Wir fordern eine klare formelle Distanzierung», sagte ein Stadt-Sprecher. Ob und wann Ergebnisse der erneuten Abstimmung bekanntgegeben werden, blieb zunächst unklar.

Nehmen die Hobbygärtner ihren Beschluss zurück, will die Stadt ihnen die Hand reichen und die Vorfälle gemeinsam mit dem Verein und der Integrationsbeauftragten aufarbeiten. Wenn nicht, droht sie mit juristischen Schritten zur Kündigung des Pachtvertrages. Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU) hatte entsetzt auf die Quote reagiert und die erneute Abstimmung gefordert.

Die Empörung über die Quote ebbt unterdessen nicht ab. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde entschuldigte sich in einem Brief an die Stadt für das Verhalten seiner Mitglieder. «Ich bin mir sicher, die Entscheidung wurde bei Grünkohl und Bier getroffen und anschließend nicht mehr so gesehen», sagte der Präsident Norbert Franke, der selbst an der Mitgliederversammlung am Donnerstag teilnehmen wollte.