Berlin (dpa) - Im wachsenden Wettbewerb der Online-Musikdienste legt das Web-Radio Aupeo den Schalter um: Neben dem persönlichen Streaming von Musik unterschiedlicher Richtungen hat der Anbieter am Donnerstag auch jetzt auch einen «Crowd»-Stream eingeführt.

Dadurch soll das gemeinsame Musikhören mit Freunden und den Austausch darüber ermöglicht werden. «Wir verbinden damit das gute alte Dampfradio mit den Möglichkeiten der digitalen Kommunikation», sagte der Technikchef des Unternehmens, Steffen Holly, der Nachrichtenagentur dpa.

Mit einem Schalter können die Nutzer zwischen beiden Nutzungsweisen wählen. Bei den erweiterten Social-Network-Funktionen gibt es eine Integration mit Facebook. Die Zahl der Aupeo-Nutzer liegt nach Angaben von Holly «in einem sechsstelligen Bereich».

Der 2008 gegründete Dienst verfügt über ein Repertoire von nahezu einer Million Musikstücken. Mit Hilfe einer Technik des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie (IDMT) wird jeder Titel automatisiert einer Richtung zugeordnet. Dies wird dann ergänzt von einer zehnköpfigen Redaktion. Im Laufe der Nutzung werden auch die individuellen Vorlieben berücksichtigt und zur Gestaltung persönlicher Streams verwendet.

Beim Streaming wird die Musik über das Netz abgespielt, ohne dass eine Speichermöglichkeit vorgesehen ist. Die Grundfunktionen sind kostenlos. Für 4,95 Euro im Monat kann man den Dienst werbefrei und mit weiteren Funktionen nutzen. Aupeo kann auch auf Smartphones, Tablet-Computern und Smart-TV-Geräten genutzt werden.

Aupeo gehört zu den mehr als 60 legalen Musikangeboten im Netz, die nach Angaben des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) in Deutschland verfügbar sind. Einige Dienste, die zurzeit besonders für Furore sorgen, können in Deutschland wegen der noch offenen Klärung von Lizenzfragen bislang nicht genutzt werden.

Zu ihnen gehören die Streaming-Dienste Spotify und turntable.fm. In der vergangenen Woche haben der IT-Branchenverband Bitkom und die Verwertungsgesellschaft Gema eine Vereinbarung geschlossen, die die Lizenzierung von Musikstücken für Streaming-Dienste regelt. Bitkom-Vizepräsident Volker Smid sagte danach: «Wir gehen deshalb davon aus, dass es künftig noch mehr Musikdienste in Deutschland geben wird, bei denen Nutzer für eine monatliche Pauschalgebühr alle Titel vollständig online hören können.»

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