Stagnation im Euro-Raum - deutsche Wirtschaft gerät ins Stocken

Frankfurt/Main (dpa) - Der Konjunktur im Euro-Raum droht wegen der Euro-Schuldenkrise eine längere Durststrecke und selbst die bisher robuste deutsche Wirtschaft gerät ins Stocken. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent im kommenden Jahr in Deutschland. Mit seiner Prognose liegt es noch unter den Erwartungen anderer führender deutscher Forschungsinstitute. Für den Euro-Raum sieht die Europäische Zentralbank «beträchtliche Abwärtsrisiken». Im vierten Quartal hat sich die Wirtschaftstätigkeit im Euro-Raum nach Einschätzung der EZB abgeschwächt. Die starken Spannungen an den Finanzmärkten dürften den Konjunkturverlauf spürbar dämpfen, schrieben die Währungshüter in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht. Erst im Laufe des kommenden Jahres sollte sich die Wirtschaftsleistung erholen, - «wenn auch nur sehr allmählich».

Draghi: Wirtschaft in Europa schrumpft - Inflation geht zurück

Berlin (dpa) - Ein kurzfristiger Rückgang der Konjunktur in Europa ist nach Einschätzung von EZB-Präsident Mario Draghi nicht mehr zu verhindern. Die Sparmaßnahmen der Regierungen in der Eurokrise würden zunächst das Wachstum belasten und zu einer Schrumpfung führen, sagte Draghi am Donnerstag in Berlin. Gleichzeitig könnte jedoch eine Rückkehr des Vertrauens der Märkte die negativen Folgen abschwächen. «Die Krise ist noch nicht beendet», betonte Draghi. Mittelfristig müsse das Wirtschaftswachstum durch tiefgreifende Reformen gestärkt werden. Gleichzeitig rechnet er damit, dass die Inflation im Euroraum im nächsten Jahr auf zwei Prozent und 2013 sogar darunter fällt.

WTO-Ministerkonferenz in Genf eröffnet

Genf (dpa) - Überschattet vom Stillstand bei den Doha-Verhandlungen über den Abbau von Zöllen und Subventionen ist am Donnerstag in Genf die 8. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) eröffnet worden. Der Konferenzvorsitzende Olusegun Olutoyin Aganga (Nigeria) appellierte an die mehr als 150 WTO-Mitgliedstaaten, stärker gemeinsam für die Liberalisierung des Welthandels einzutreten und damit eine deutliches Signal für die Überwindung der wirtschaftlichen Krise zu senden. Wegen technischer Probleme im Genfer Konferenzzentrum CICG mussten Die Teilnehmer mehr als eine Stunde auf den Beginn der Veranstaltung warten. Grund sei ein Ausfall der Soundanlage gewesen, hieß es im WTO-Sekretariat.

Amerikaner ziehen Geld aus ausländischen Banken ab

New York (dpa) - Die US-Kundschaft kehrt ausländischen Banken den Rücken. Seit dem Sommer ziehen die Amerikaner offenbar wegen der Schuldenkrise reihenweise ihr Geld von den US-Töchtern ausländischer Kreditinstitute ab. Das legen zumindest offizielle Zahlen nahe. Auch viele europäische Häuser sind demnach betroffen, darunter die Deutsche Bank. Nach Daten der Notenbank Fed fielen die Einlagen bei US-Töchtern von ausländischen Instituten im November auf 879 Milliarden Dollar (677 Mrd Euro). Ein Jahr zuvor waren es noch 1056 Milliarden Dollar, bis zum Mai kletterten die Einlagen sogar auf 1171 Milliarden Dollar. Seitdem ging es aber nur noch bergab. Bei den US-Banken zeigt sich für den gleichen Zeitraum das gegenteilige Bild. Hier fließt Geld zu.

Facebook schaltet Zeitleiste frei - Lebenslauf im Magazin-Format

Hamburg (dpa) - Das Facebook-Profil wird zur Lebenschronik: Das Online-Netzwerk hat am Donnerstag mit der weltweiten Einführung einer neuen Ansicht begonnen. Nutzer können jetzt auf einer Zeitleiste ihre Netzwerk-Aktivitäten wie auch frühere Ereignisse aus ihrem Leben in einem magazinartigen Design präsentieren. Die Funktion war bereits im September angekündigt worden. «Jeder Nutzer hat absolute Kontrolle über die Inhalte in seiner Chronik und bestimmt selbst, wer was sehen kann», betonte das Unternehmen. Die in Deutschland als Chronik bezeichnete Funktion wird Schritt für Schritt freigeschaltet. Die weltweit mehr als 800 Millionen Nutzer sie über die Adresse «http://www.facebook.com/timeline» aktivieren. Mitglieder haben zunächst sieben Tage Zeit, ihre Zeitleiste zu gestalten, bevor sie für andere sichtbar wird. Danach lässt sich die Chronik aber nicht mehr abschalten.

Sparkurs: Telekom legt IT-Bereiche zusammen

Bonn (dpa) - Die Deutsche Telekom will alle deutschen IT-Abteilungen des Konzerns bei ihrer Tochter T-Systems bündeln. Einen entsprechenden Bericht der «Financial Times Deutschland» bestätigte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag. Die Pläne sollten noch am selben Tag dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Sie sind Teil des von Telekom-Chef René Obermann verfolgten Sparkurses. Die Zeitung berichtete, durch die Zusammenlegung solle in den kommenden Jahren ein hoher dreistelliger Millionenbetrag gespart werden. Betroffen von den Plänen seien rund 8000 Mitarbeiter. Wie für den Gesamtkonzern bereits verhandelt, sollen für einen gewissen Zeitraum betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Nach Ablauf dieser Frist müsse dann neu verhandelt werden.

Verständigung im Ferrostaal-Schmiergeldprozess

München (dpa) - Im Schmiergeldprozess gegen zwei frühere Manager des Industriedienstleisters Ferrostaal haben die Angeklagten sowie die Firma als Nebenbeteiligte der vom Gericht vorgeschlagenen Verständigung zugestimmt. Der ehemalige Vorstand und der frühere Prokurist des Essener Unternehmens räumten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Demnach zahlten sie in Griechenland und Portugal Bestechungsgelder, um den Verkauf von U-Booten in den Ländern anzuschieben. Das Gericht sicherte ihnen dafür Bewährungsstrafen sowie Geldstrafen von jeweils mehreren 10 000 Euro zu. Ein Vertreter von Ferrostaal erklärte sich damit einverstanden, dass die vereinbarte Geldbuße von knapp 140 Millionen Euro in drei Raten bis Ende 2014 bezahlt werden soll. Grundlage für eine solche Veständigung sind die Paragrafen 257b und 257c der Strafprozessordnung. Ein Urteil wurde nicht mehr für Donnerstag erwartet.

Dax setzt zu kräftiger Erholung an

Frankfurt/Main (dpa) - Nach drei schwachen Tagen hat sich der Dax am Donnerstag deutlich auf Erholungskurs begeben. Auslöser war laut Händlern eine erfolgreich verlaufene Auktion spanischer Staatsanleihen. Am Nachmittag stieg der Leitindex um 2,01 Prozent auf 5789 Punkte, nachdem er sich vor allem im früheren Handelsverlauf noch schwankungsanfällig gezeigt hatte. Der MDax gewann 2,05 Prozent auf 8571 Punkte, und der TecDax legte um 1,31 Prozent auf 670 Punkte zu. Der Eurokurs kehrte über die Marke von 1,30 US-Dollar zurück: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3019 (1,2993) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7681 (0,7696) Euro.