Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat sich einen perfekten Hinrunden-Abschluss in der Fußball-Bundesliga selbst vermasselt. Nach einem Dutzend Chancen kamen die Norddeutschen gegen den Aufsteiger FC Augsburg nicht über ein enttäuschendes 1:1 (0:0) hinaus.

Torsten Oerl brachte die Schwaben vor 48 143 Zuschauern im Hamburger Stadion mit einem 15-Meter-Schuss in Führung (63.), Paolo Guerrero glich drei Minuten später aus. Allerdings hatten die Gastgeber Möglichkeiten für zwei Spiele und ließen die drei Punkte leichtfertig liegen.

Die Hamburger waren die überlegene Mannschaft, konnten den Ball aber einfach nicht am gut aufgelegten Augsburger Torhüter Mohamed Amsif vorbeibringen. Der Marokkaner hielt alles, was in den ersten 66 Minuten aufs Tor kam: Erst parierte er einen Schuss von Ivo Ilicevic spektakulär (7.), dann fischte er einen Seitfallzieher von Mladen Petric weg (15.), kaufte anschließend Paolo Guerrro bei dessen 12-Meter-Schuss den Schneid ab (29.) und ließ auch den Schuss von Gojko Kacar aus Nahdistanz (43.) nicht passieren. Als schließlich Simon-Jentzsch-Stellvertreter Amsif geschlagen war, retten Marcel de Jong und Gibril Sankoh binnen weniger Sekunden zweimal auf der Linie.

Fink sollte mit seiner Ahnung recht behalten: Das Spiel war lange Zeit zäh und erforderte Geduld. Bei den tonangebenden Platzherren stockte der Spielfluss immer wieder, die Aktionen waren nicht zwingend genug. Erst nach dem Seitenwechsel kam mehr Schwung in die Partie.

Allerdings traf die Vorahnung Finks, die Augsburger würden sich ganz aufs Zerstören verlegen, nicht zu. Der Aufsteiger traute sich zwar nur selten über die Mittellinie, sorgte bei den wenigen Gegenstößen zumindest aber für Verwirrung in der HSV-Hintermannschaft - ganz zur Freude von Finks Augsburger Kollegen Jos Luhukay, den die Zerstörer-Vorwürfe gegen sein Team auf die Palme gebracht hatten. Deshalb war es eine Genugtuung für ihn, als aus dem Nichts das Führungstor der Gäste fiel. Oehrl traf zwischen den HSV-Verteidigern Jeffrey Bruma und Heiko Westermann hindurch am chancenlosen Torhüter Jaroslav Drobny vorbei ins Tor.

Bei den fortan wütenden Hamburgern ging ein Ruck durch die Mannschaft. Guerrero schaffte umgehend den Ausgleich, doch Finks Entscheidung, mit Marcus Berg und Son Heung Min auf totale Offensive zu setzen, ging nicht auf. Berg musste nach wenigen Minuten wieder vom Platz, weil er sich eine Schulterverletzung zuzog.

Trotz des Remis baute HSV-Trainer Fink seine Serie aus: Seit er die Mannschaft vor zwei Monaten übernommen hat, musste der einstige Tabellenletzte keine Niederlage mehr hinnehmen. Bislang stehen zwei Siege und sechs Unentscheiden für ihn zu Buche.