Sinsheim (dpa) - Die Hängepartie um Hertha-Trainer Markus Babbel geht weiter und wird immer skurriler: Nachdem viele Medien am Wochenende übereinstimmend meldeten, der Coach werde Anfang Januar von Michael Skibbe abgelöst, verwies Manager Michael Preetz alles ins Reich der Spekulationen.

«Diese Informationen stimmen nicht», sagte Preetz im TV-Sender Sky vor der Partie des Fußball-Bundesligisten bei 1899 Hoffenheim. Er verwies darauf, erst in der Winterpause eine Entscheidung um die Zukunft von Trainer Babbel bekanntzugeben.

Mehrere Medien hatten das Aus des Aufstiegstrainers zum 1. Januar bereits als perfekt vermeldet. Nach Sky-Informationen habe der gebürtige Bayer der Vereinsführung schon Anfang November mitgeteilt, seinen laufenden Vertrag bis Juni 2012 zu erfüllen, aber nicht zu verlängern. «Das kann ich nicht bestätigen», sagte Preetz dazu. «Wir werden das nicht kommentieren.»

Im Verein hieß es, Babbel habe Preetz am Dienstag über seine Nicht-Verlängerung informiert. Dem wiedersprach der Coach selbst im TV-Sender Liga total: «Dieses Gespräch hat nicht stattgefunden!»

Darüber hinaus erinnerte der Manager an die vergangenen Wochen, in denen ständig neue Namen als mögliche Babbel-Nachfolger gehandelt worden waren. «Vor drei oder vier Wochen hatten wir die Spekulation mit Mike Büskens von Greuther Fürth, dann hatten wir die Spekulation mit Franco Foda von Sturm Graz. Jetzt haben wir die Spekulation mit Michael Skibbe», meinte Preetz.

Die «Bild» hatte von einem Treffen Preetz' mit Skibbe am vergangenen Montag berichtet. Auf eine entsprechende Nachfrage gab der Hertha-Manager keine Antwort. Zudem wehrte er sich gegen den Vorwurf, sich in der Causa vor einer Entscheidung zu drücken. «Es ist nicht so, dass wir rumeiern oder dem Trainer die Rückendeckung versagen», sagte er.

Klarheit solle erst nach dem DFB-Pokal-Spiel am Mittwoch gegen den 1. FC Kaiserslautern herrschen. «Wir haben eine Zeitachse vereinbart und die ist nach wie vor gültig», sagte Preetz. Zuletzt hatte der Verein entschieden, bis zum Rückrundenstart am 21. Januar beim 1. FC Nürnberg die Trainerfrage geklärt zu haben.

Skibbe, der derzeit den türkischen Erstligisten Eskisehirspor trainiert und am Samstag zu einem Liga-Spiel antreten musste, war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der 46-Jährige hat in der Bundesliga bereits Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt trainiert und war unter Teamchef Rudi Völler von 2000 bis 2004 Assistenzcoach der Nationalmannschaft.

Babbel war nach dem Abstieg der Berliner 2010 zu Hertha BSC gekommen. Durch den souveränen Wiederaufstieg hatte sich der Vertrag des 39-Jährigen automatisch bis 2012 verlängert. Diesen wollte er erfüllen. Ob er das kann, steht nun womöglich nicht mehr in seiner Macht.