Wolfsburg (dpa) - Ein 20 Jahre alter Nachwuchsstürmer hat den Profis vom VfL Wolfsburg den Weihnachtsurlaub gerettet. Sebastian Polter schoss den deutschen Meister von 2009 zum Abschluss einer verkorksten Hinrunde in der Fußball-Bundesliga zum verdienten 1:0 (0:0) über den VfB Stuttgart.

Mit seinem Siegtor in der 74. Minute gegen harmlose Schwaben sorgte der Jungprofi in seinem erst zweiten Bundesligaspiel nicht nur für einen versöhnlichen Jahresabschluss in Wolfsburg, sondern auch für freie Tage bis ins neue Jahr hinein. «Wir werden ab Mittwoch zehn Tage Urlaub machen», erklärte VfL-Coach Felix Magath unmittelbar nach dem fünften Wolfsburger Heimsieg in Serie gegen Magaths Ex-Club.

Die Dauer des Urlaubs hatte der Wolfsburger Alleinherrscher zuvor vom Ergebnis des letzten Hinrundenspiels abhängig gemacht. Angesichts von nur einem Sieg aus den sieben Spielen zuvor hatte Magath mit Training über den Jahreswechsel hinweg gedroht. Dies ist nun ebenso hinfällig wie die schlechteste Bundesliga-Hinrunde der Clubgeschichte. Mit 20 Punkten nehmen die Niedersachsen immerhin ein Polster von fünf Punkten Vorsprung auf die direkten Abstiegsränge mit in die Winterpause. Richtig froh wirkte Magath indes nicht. «Wir würden gerne weiter oben stehen. Deshalb sind wir mit dem bislang Erreichten nicht zufrieden», sagte der 58-Jährige.

Richtig bedient war vor allem Magaths Stuttgarter Kolleger Bruno Labbadia, der seit vier Spielen auf einen Sieg wartet. Mit 22 Punkten könnten die Schwaben am Sonntag noch auf Platz acht fallen. «Das ist sehr, sehr ärgerlich. Da müssen wir uns in den Hintern beißen», befand Labbadia und sprach von einer «fast kläglichen Chancenverwertung». Dies traf auch zu, galt allerdings nur für die erste halbe Stunde. Denn nur da spielte der VfB mit und war zunächst auch besser. Vor allem Martin Harnik ließ zweimal frei vor Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio jede Entschlossenheit vermissen. Fortan spielten jedoch nur noch die Gastgeber vor 25 944 Zuschauern.

Alexander Madlung scheiterte per Kopf am guten Stuttgarter Keeper Sven Ulreich (36.), kurz darauf war Ja-Cheol Koo nach feinem Trick und Zuspiel von Makoto Hasebe zu unentschlossen (39.). Komplettes Entsetzen bei den Wolfsburger Fans herrschte aber drei Minute vor der Pause, als Madlung einen Abpraller nicht am bereits geschlagenen Ulreich vorbei im Netz unterbringen konnte und das Kunststück fertigbrachte, den Ball neben das Tor zu setzen.

Auch nach der Pause blieb Wolfsburg besser und überzeugte kämpferisch, ohne spielerisch zu glänzen. Einen Kopfball von Mario Manzukic lenkte Ulreich noch über die Latte (63.). Vier Minute später sorgte Magath in seinem 470. Bundesligaspiel für die Höchststrafe für Hasan Salihamidzic. Der erst zur Halbzeit eingewechselte Routinier musste nur 22 Minuten später wieder runter. «Ich wollte mit Brazzo mehr Sicherheit ins Offensivspiel reinbringen, was nicht geklappt hat. Deshalb musste ich mich korrigieren und habe einen richtigen Stürmer gebracht», erklärte Magath. Dies war Polter. Und der schob vier Minuten nach seiner Einwechslung eine feine Hereingabe von Marcel Schäfer zum verdienten Sieg über die Linie.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 41,5 - 58,5

Torschüsse: 19 - 12

gew. Zweikämpfe in %: 42,1 - 57,9

Fouls: 26 - 16

Ecken: 6 - 7

Quelle: optasports.com