Fort Meade (dpa) - Der spektakuläre Prozess gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Maulwurf Bradley Manning ist am Samstag in den USA in die zweite Runde gegangen.

Vor einem Militärgericht auf dem Stützpunkt Fort Meade im Bundesstaat Maryland muss sich der mutmaßliche Informant der Internet-Enthüllungsplattform verantworten. Zahlreiche Anhänger des jungen Soldaten demonstrieren erneut für einen Freispruch. Dem Obergefreiten Manning, der am Samstag 24 Jahre alt wurde, droht im schlimmsten Fall eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Manning wird vorgeworfen, während seines Einsatzes als Analyst der US-Armee im Irak Geheimdienstdokumente aus Computern kopiert und sie dann der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt zu haben. Die Veröffentlichung der Papiere unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan hatte weltweit für Wirbel gesorgt. Die spätere Preisgabe unzähliger Diplomaten-Depeschen hatte US-Botschafter und Politiker in aller Welt blamiert.

Die Anklage wirft dem jungen Mann insgesamt 22 Verstöße gegen Militärgesetze vor. Er habe mit seinen Taten unter anderem Kameraden gefährdet. Am schwersten wiegt die Anschuldigung, «den Feind unterstützt» zu haben - dieses Vergehen kann mit der Todesstrafe geahndet werden. So weit wollen die Ankläger allerdings nicht gehen, bekräftigte ein Vertreter der US-Armee am Samstag.

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