Seefeld (dpa) - Kombinierer Tino Edelmann hat den Angriff auf das Gelbe Trikot des Weltcup-Gesamtführenden teuer bezahlt. Statt sich nach dem Gewinn der ersten Teildisziplin Springen auch als Sieger feiern zu lassen, fand sich der Zella-Mehliser im österreichischen Seefeld als 14. wieder.

Zu allem Überfluss gewann auch noch Edelmanns härtester Rivale, der Franzose Jason Lmy Chappuis, den Wettkampf und baute seine Führung im Gesamtklassement weiter aus. Ein toller Sprung hatte Edelmann in eine komfortable Ausgangsposition für den 10-Kilometer-Lauf gebracht. 35 Sekunden hatte der Thüringer vor dem Start Vorsprung auf den Olympiasieger aus Frankreich. Und die verteidigte Edelmann lange Zeit. Erst bei Kilometer sieben musste er sich von der Verfolgergruppe einfangen lassen, in der Lamy Chappuis und der Japaner Akito Watabe für das Tempo sorgten. «Er sollte Kräfte für den Endspurt sparen, wenn der Zug von hinten kommt», sagte Cheftrainer Hermann Weinbuch.

Die Entscheidung fiel in der letzten Abfahrt des 2,5-Kilometer-Kurses. Edelmann rutschte auf einer Eisplatte aus und verlor völlig den Rhythmus. «Er ist müde geworden, und dann steht man nicht mehr so sicher auf den Ski», meinte Weinbuch und erklärte: «Wenn einem das im Finale passiert, ist man moralisch am Ende und verliert richtig viele Plätze.»

Der Coach hadert vor allem mit dem dreimonatigen Krankheitsausfall von Edelmann im Sommer. «Deshalb kann er seine läuferischen Vorzüge nicht so umsetzen, wie wir das gerne hätten. Er ist etwa eine halbe Minute langsamer als in der vergangenen Saison. Wenn das nicht passiert wäre, könnte er Lamy Chappuis sicher Paroli bieten», betonte Weinbuch.

Weltmeister Eric Frenzel konnte als Achter nach dem Springen nicht in die Bresche springen. Zwar kämpfte sich der Oberwiesenthaler an die Verfolgergruppe heran, doch immer, wenn er den Anschluss geschafft zu haben schien, zog dort das Tempo an und Frenzel verlor entscheidende Meter. Als Fünfter war er bester Starter des Deutschen Skiverbandes. Der Johanngeorgenstädter Björn Kircheisen kämpfte sich auf Rang zehn nach vorn, Fabian Riessle (Breitnau) wurde 15. Johannes Rydzek (Oberstdorf) musste sich mit Platz 31 zufriedengeben.