Astana/Moskau (dpa) - Bei neuen schweren Unruhen im autoritär regierten Kasachstan sind mindestens ein Mensch getötet und zwölf weitere verletzt worden.

Im Ort Schetpe im Südwesten der früheren Sowjetrepublik habe eine aufgebrachte Menge eine Bahnlinie blockiert und mit Molotow-Cocktails eine Diesel-Lokomotive in Brand gesetzt, berichteten örtliche Medien am Sonntag.

Nachdem die Menge begonnen habe, auch Autos anzuzünden und Scheiben einzuschlagen, sei die Polizei mit einem Großaufgebot gegen den harten Kern aus etwa 50 Demonstranten vorgegangen. Zwölf Menschen seien mit Schusswunden in Kliniken gebracht worden. Die Leute hätten ihre Solidarität mit den streikenden Ölarbeitern zeigen wollen, wurde ein Demonstrant zitiert.

In der Nachbarstadt Schanaosen waren am Freitag bei Zusammenstößen zwischen Arbeitern und der Polizei zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Während die Behörden von 11 Toten und 86 Verletzten sprachen, berichteten Menschenrechtler von 70 Toten und mehr als 500 Verletzten.

Staatschef Nursultan Nasarbajew verhängte über die Stadt den Ausnahmezustand. Seit Monaten streiken im rohstoffreichen Land Ölarbeiter für höhere Löhne. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) äußerte sich besorgt über die Lage.