Berlin (dpa) - Der Stargast des Abends ließ auf sich warten. Erst kurz vor Beginn der TV-Gala «Ein Herz für Kinder» eilte Fürstin Charlène von Monaco am Samstag im Blitzlichtgewitter über den roten Teppich und verschwand schnurstracks im Studio.

Auch in der mehr als dreistündigen Benefizveranstaltung war ihr Auftritt der mit Spannung erwartete Höhepunkt, den Charlène charmant meisterte.

Eindringlich warb die 33-Jährige für bedürftige Kinder. «Die Rettung dieser Kinder ist ein Kampf, und wir können es uns nicht leisten, ihn zu verlieren», sagte die Fürstin, die ihre Stiftung Princess Charlène Foundation vorstellte. Das Plädoyer stieß offensichtlich auf offene Ohren, bis zum Ende der Sendung kamen fast 14 Millionen Euro für die Hilfsorganisation der «Bild»-Zeitung zusammen - das drittbeste Ergebnis in der Geschichte der Show.

«Dein ganzes Leben schon hast du ein großes Herz für Kinder», sagte Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick an die Adresse Charlènes. Die erhielt für ihr Engagement das «Goldene Herz», die Auszeichnung der Sendung. «Ich nehme diesen Preis voller Stolz und Freude entgegen - im Namen der zahllosen Freiwilligen, die so viel arbeiten, um bedürftigen Kindern zu helfen und sie zu schützen», sagte Charlène. Kurz darauf zeigte sie große Gefühle: Als US-Sänger Michael Bolton den Song «Hallelujah» sang, liefen ihr Tränen über die Wange.

Auch sonst mangelte es bei der TV-Gala nicht an bewegenden Momenten. Wladimir Klitschko warb für ein Kinderkrebszentrum in seiner ukrainischen Heimat. Dabei berichtete er, dass sein Vater nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verstrahlte Trümmer wegräumen musste und schließlich an Krebs starb. Schauspielerin Maria Furtwängler erzählte vom Besuch eines Hilfsprojektes in einem Slum in Bangladesch.

Viele weitere Prominente unterstützten die Gala, indem sie zeitweise Anrufe von Spendern entgegennahmen. Zu ihnen gehörten Boris Becker, Kai Pflaume und Simone Thomalla. «Wenn ein kleines Mädchen anruft und zehn Euro spendet, ist das sehr bewegend», erzählte Schauspielerin Stephanie Stumph bei der After-Show-Party. Hin und wieder griff auch Moderator Thomas Gottschalk selbst zum Hörer.

Der 61 Jahre alte Entertainer war ohnehin ganz in seinem Element. Er moderierte die ZDF-Livesendung zum elften und letzten Mal, im Januar beginnt seine neue Vorabendshow in der ARD. Er herzte Kinder und raspelte Süßholz mit der amerikanischen Sängerin Tina Turner. «Wenn man dich wieder hört - man wird ja süchtig!» Außenminister Guido Westerwelle (FDP) fragte er schelmisch: «Und der Doktor wackelt nicht? Da sind wir beruhigt».

«Thommy ist der absolute Weltmeister, das ist kaum vorstellbar ohne ihn», sagte Sänger Udo Lindenberg vor Beginn der Live-Sendung. Auch von «Bild»-Chefredakteur Kai Diekmann gab es ein großes Lob: «Du hast diese Gala zu dem gemacht, was sie heute ist, nämlich die erfolgreichste Spendengala im deutschen Fernsehen», sagte er. Vom Studiopublikum gab es langen Applaus. «Helen Mirren steht für mich», kommentierte Gottschalk mit Blick auf die 66 Jahre alte Oscar-Preisträgerin in der ersten Reihe.

Die hatte zuvor den Ehrenpreis der Gala an Missionsschwester Raphaela Händler übergeben, die sich seit Jahrzehnten in Namibia und Tansania engagiert. «In den letzten 40 Jahren waren Sie ein wahrer Engel für die Ärmsten der Armen in Afrika», sagte Mirren.

Gala «Ein Herz für Kinder»