Prag (dpa) - Im Stadtzentrum von Prag haben sich zahlreiche Menschen zu spontanen Trauerkundgebungen für den verstorbenen Alt-Präsidenten Vaclav Havel versammelt. Sie legten an zentralen Schauplätzen der demokratischen Wende von 1989 Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

«Havel war für mich ein Symbol der geistigen Veränderung», sagte einer der Trauernden der Zeitung «Dnes». Der Dramatiker und Dichter Havel war am Sonntagmorgen im Alter von 75 Jahren verstorben.

Für den Abend war eine Gedenkfeier am zentralen Wenzelsplatz, dem Sammelpunkt der antikommunistischen Demonstrationen des November 1989, geplant. Der katholische Prager Erzbischof Dominik Duka rief dazu auf, um 18 Uhr im ganzen Land die Glocken zu läuten.

Das tschechische Fernsehen hat im Gedenken an Havel sein Programm geändert. Gezeigt wurden eine Premiere von Havels Drama «Abgang» oder Dokumentarfilme über den Alt-Präsidenten. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sendete ein Sonderprogramm, das nur durch Musik von Havels Freunden unterbrochen wurde.

Das tschechische Regierungskabinett will am Montag außerplanmäßig zusammentreffen, um nach Havels Tod über eine Staatstrauer zu entscheiden. Das teilte ein Regierungssprecher in Prag mit. Die Staatstrauer wurde zuletzt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA angeordnet.