Winterberg (SID) - Bobpilot Thomas Florschütz fährt in diesem Winter in einer eigenen Liga. Einen Tag nach seinem Sieg im Zweier triumphierte der 33-Jährige aus Riesa beim Heim-Weltcup in Winterberg auch im großen Schlitten und besiegte mit dem ersten Weltcupsieg in der Königsklasse des Bobsports seinen ganz persönlichen "Vierer-Fluch". Florschütz gewann dank Laufbestzeit im zweiten Durchgang mit hauchdünnem Vorsprung vor dem Russen Alexander Subkow (+0,02) und dem lettischen Schnellstarter Oskars Melbardis (+0,13).

"Ich bin überglücklich, dass es endlich auch im Vierer geklappt hat", sagte Florschütz, der bei allen bisherigen sechs Saisonrennen einen Platz auf dem Podium erreichte und beide Gesamtwertungen anführt. Über die Gründe für seinen Höhenflug wollte der Olympiazweite von Vancouver lieber nicht genau nachdenken: "Es läuft im Moment fast von alleine, und das ist gut so. Sollen ruhig die anderen ins Grübeln kommen."

Der Oberhofer Maximilian Arndt wurde Sechster (+0,25). Eine erneut enttäuschende Vorstellung lieferte der Potsdamer Manuel Machata als Siebter (+0,47) ab. Der Welt- und Europameister sowie Gesamtweltcup-Titelverteidiger hatte bereits im Zweier am Samstag ein Debakel erlebt: Als 23. des ersten Laufs konnte sich der Shootingstar der vergangenen Saison nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Das war Machata bei einem Weltcup noch nie passiert.

"Uns hat das Schneegestöber am Start gefressen", sagte ein sichtlich angefressener Machata. Bundestrainer Christoph Langen ist besorgt: "Bei ihm läuft es im Moment überhaupt nicht. Er kämpft, aber es gelingt ihm wenig."