Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich trotz negativer Einflussfaktoren am Montagnachmittag klar in der Pluszone etabliert. Der Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il und erneut schlechte Nachrichten aus der Eurozone hatten den Dax zum Handelsstart noch ins Minus gedrückt.

Zuletzt gewann der Leitindex 1,05 Prozent auf 5761 Punkte. Der MDax stieg um 0,56 Prozent auf 8579 Punkte und der TecDax um 0,12 Prozent auf 664 Zähler. Die Kurserholung wurde mit Portfoliobereinigungen und den Nachwirkungen des großen Verfalls an den Terminmärkten am Freitag begründet.

Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hätten, müssten nun in dem wieder freundlichen Markt nachkaufen, um ihre Gewinne zu sichern oder ihre Verluste zu begrenzen. Im Mittelpunkt des Marktinteresses stehe nun die für den Nachmittag angesetzte Auktion französischer Staatsanleihen, sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets. Interessant sei vor allem, wie stark die Nachfrage nach der Fitch-Warnung ausfallen werde.

«Der DAX versucht sich immer noch an der Jahresend-Rally, um den Vermögensverwaltern bessere Aktienkurse zu bescheren», sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Dieser in den Vorjahren öfter registrierte Trend werde nun aber von den Länder- und Bankenabwertungen erschwert. Zudem belaste die Unklarheit, ob und inwieweit der Rettungsschirm funktioniert. «Man erwartet den Weihnachtsmann und wird permanent mit Knecht Rupprecht enttäuscht», sagte Halver.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen profitierten von erfreulichen Aussagen der Tochter Audi. Mit plus 2,73 Prozent auf 118,50 Euro lagen sie an der Dax-Spitze. Ein Händler verwies auf Aussagen von Audi-Vorstandschef Rupert Stadler, wonach der Premiumhersteller seine eigenen Absatz- und Umsatzerwartungen in diesem Jahr übertreffen wird und auch für 2012 mit Wachstum rechnet. Die Tui-Titel legten um 4,82 Prozent auf 4,700 Euro zu und bauten damit ihr kräftiges Plus aus der Vorwoche weiter aus. Gründe dafür waren einige positive Analystenkommentare.

Der deutsche Rentenmarkt tendierte zur Kasse etwas fester. Die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere sank auf 1,52 (Freitag: 1,54) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 131,34 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,25 Prozent auf 138,24 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3039 (1,3064) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7669 (0,7655) Euro.