Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag nach einem schwächeren Start ins Plus gedreht und sich dort nachhaltig festgesetzt. Der Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il und erneut schlechte Nachrichten aus der Eurozone belasteten den Dax anfangs.

Im Vormittagsverlauf entspannten sich die Marktteilnehmer zusehends, so dass der Leitindex bis zur Mittagszeit um 0,77 Prozent auf 5746 Punkte zulegte. Der MDax gewann 0,38 Prozent auf 8564 Punkte, während der TecDax 0,24 Prozent auf 662 Zähler verlor.

Beim Thema Eurokrise sehen Marktbeobachter insbesondere Frankreich immer mehr ins Visier der Agenturen rücken. Und im kommenden Jahr drohe auch Deutschland seine Bestbewertung von «Amerikas Finanzauguren» zu verlieren, hieß es. Alle Augen richteten sich nun auf die für den Nachmittag angesetzte Auktion französischer Staatsanleihen, sagte Anita Paluch von Gekko Markets. Interessant sei vor allem, wie stark die Papiere nach der Fitch-Warnung nachgefragt werden.

«Der DAX versucht sich immer noch an der Jahresend-Rallye, um den Vermögensverwaltern bessere Aktienkurse zu bescheren», sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Allerdings werde dieser in früheren Jahren sehr oft zu beobachtende Trend durch die Gefahr von Länder- und Bankenabwertungen ebenso erschwert wie die offene Unsicherheit, ob und inwieweit der Rettungsschirm funktioniert. «In diesem Jahr hat es die Frohe Botschaft so schwer wie noch nie, um sich Gehör zu verschaffen. Man erwartet den Weihnachtsmann und wird permanent mit Knecht Rupprecht enttäuscht», fügte Halver hinzu.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) profitierten von erfreulichen Aussagen der Tochter Audi und zogen mit plus 2,43 Prozent auf 118,15 Euro an die Dax-Spitze. Ein Händler verwies auf Aussagen von Audi-Vorstandschef Rupert Stadler, wonach der Premiumhersteller seine eigenen Absatz- und Umsatzerwartungen in diesem Jahr übertreffen wird und auch für 2012 mit Wachstum rechnet.

Absoluter Tagessieger waren indexübergreifend die Aktien von Air Berlin mit einem Plus von 9,31 Prozent auf 2,525 Euro. Sie reagierten damit auf die angekündigte Anteilsaufstockung der Fluggesellschaft Etihad. Im Zuge einer Kapitalerhöhung will das Staatsunternehmen aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi seine Beteiligung an Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft auf 29,21 Prozent ausbauen.