Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zu einem Truppenbesuch im Kosovo abgeflogen. Im Hauptquartier der internationalen Schutztruppe KFOR in Pristina, der Hauptstadt des Kosovos, trifft sie den deutschen KFOR-General Erhard Drews und Vertreter der EU-Rechtsstaatsmission Eulex.

Ferner wird die Kanzlerin mit Ministerpräsident Hashim Thaci sprechen.

Bei einem Besuch im Sommer im benachbarten Serbien hatte Merkel Belgrad aufgefordert, mit der albanisch-dominierten Regierung des Kosovos den Grenzkonflikt beider Länder zu lösen. Der serbische Präsident Boris Tadic lehnt das bis heute ab.

Wegen des Kosovo-Konflikts verschoben die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am 9. Dezember die Entscheidung über den Status Serbiens als EU-Beitrittskandidat. So kann Serbien frühestens im März 2012 darauf hoffen. Vor allem Deutschland war dagegen, Serbien bereits jetzt zum EU-Beitrittskandidaten zu erklären.

Die Bevölkerung der seit 2008 unabhängigen früheren serbischen Provinz Kosovo ist zu mehr als 90 Prozent albanisch, im Norden gibt es eine serbische Mehrheit. Die Regierung in Pristina hat auf dieses Gebiet kaum Einfluss. Serbien will das Kosovo unter keinen Umständen anerkennen und seine abtrünnige Provinz möglichst wieder eingliedern.

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