Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts eingetrübter Konjunkturaussichten wollen Deutschlands Maschinenbauer nicht auf ihre Zeitarbeiter verzichten. Man sei gut beraten, den «Instrumentenkasten» zur Kompensierung möglicher Umsatz- und Ergebniseinbußen gut gefüllt bereit zu halten.

Das erklärte am Montag der der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Thomas Lindner, in Frankfurt. Eine weitere politische Regulierung der Zeitarbeit lehnen die Unternehmen ab.

Der Anteil der Leiharbeiter in der Schlüsselbranche ist laut VDMA auf knapp sechs Prozent gestiegen und dürfte nach Einschätzung von Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse eine gewisse Obergrenze erreicht haben. Derzeit stünden den rund 947 000 Stammarbeitern 57 000 Zeitarbeiter zur Seite. Für die Unternehmen sei der finanzielle Aufwand für die flexibleren Arbeitskräfte vergleichbar mit den Kosten für ihre eigenen Beschäftigten. Als weitere Instrumente zur Flexibilisierung nannte der Verband befristete Arbeitsverhältnisse und Arbeitszeitkonten.

Die Zeitarbeiter selbst müssten nicht zu prekären Bedingungen arbeiten und hätten gute Aussichten, übernommen zu werden. «Zeitarbeit im Maschinenbau ist eine Brücke in die Stammbelegschaft», erklärte Linder. Konkrete Übernahmequoten nannte der Verband aber nicht.

Der Maschinenbau hat bei deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Spezialisten unter dem Strich ein starkes Wachstumsjahr mit einem Produktionsplus von 14 Prozent hinter sich. Für das kommende Jahr wird bisher ein weiteres Plus von 4 Prozent erwartet. Erstmals äußerte Lindner leise Zweifel an der rund drei Monate alten Prognose: «Die Zahlen sind ein bisschen kippelig.»

Die meist mittelständischen Unternehmen müssten sich ohnehin darauf einstellen, dass die Aufträge nicht mehr so hereinlaufen wie noch vor Jahresfrist. «Negative Auftragseingänge in den nächsten Monaten wären keine Überraschung und schon gar kein Krisenzeichen», erklärte Lindner und verwies auf die extrem hohen Vergleichszahlen aus dem Vorjahr.

Ende Oktober hatten die Firmen bei sehr hoher Auslastung noch Aufträge für knapp ein halbes Jahr als Polster. Das sei aber in einer scharfen Krise faktisch wertlos, weil schnell «verschoben und storniert» werde, warnte der Verband aus Erfahrung.