Södertälje (dpa) - Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania drosselt wegen schwacher Nachfrage die Produktion. Mehrere hundert Zeitarbeiter müssen deshalb das Unternehmen verlassen.

«Die Abschwächung in Europa und im Nahen Osten hält an», sagte Vertriebsvorstand Martin Lundstedt am Dienstag laut Mitteilung. «Mittlerweile sehen wir auch einen geringeren Auftragseingang von anderen Märkten.» Der Ausstoß der Werke in Europa und Lateinamerika werde verringert, insgesamt werde die Fertigung ab Januar weltweit um 15 Prozent gesenkt.

Der Konkurrent Daimler ist dagegen Angaben eines Unternehmenssprechers zufolge noch bis ins erste Quartal 2012 ausgelastet, in Nordamerika auch darüber hinaus. «Es ist für uns im Moment noch kein Thema, die Produktion zu drosseln», sagte der Sprecher. «Wir warten ab, wie sich die Konjunktur in Europa weiter entwickelt.» Eine Prognose sei derzeit schwierig. Ein MAN-Sprecher sagte lediglich: «Wir können sehr flexibel reagieren und würden dies, falls erforderlich, auch tun.»

Bei Scania müssen Unternehmensangaben zufolge insgesamt etwa 1000 Beschäftigte mit Zeitverträgen das Unternehmen verlassen. 700 davon arbeiten in Südamerika, der Rest in Europa.

Scania beschäftigt 35 000 Mitarbeiter in etwa 100 Ländern. Der Mutterkonzern Volkswagen plant seit längerem, MAN und Scania unter dem Wolfsburger Konzerndach enger zu verzahnen.