Bochum (dpa) - Arjen Robben hat den FC Bayern München mit seinem Siegtor kurz vor Schluss vor Pokal-Überstunden in Bochum bewahrt. Ohne Glanz setzte sich der Fußball-Rekordmeister mit 2:1 (0:1) beim Zweitligisten VfL Bochum durch und zog zum sechsten Mal in Folge ins Viertelfinale ein.

Dabei lag kurzzeitig eine Pokalsensation in der Luft, als Giovanni Federico (26. Minute) vor 29 299 Zuschauern im natürlich ausverkauften Bochumer Stadion die Gastgeber in Führung brachte. Doch Dank einer starken zweiten Halbzeit drehte das Münchner Star-Ensemble noch die Partie: Toni Kroos (52.) und Robben (90.+1) sorgten für den Arbeitssieg.

«Wir haben es uns selbst schwer gemacht», sagte Robben. «Ich dachte schon, wir müssen noch eine halbe Stunde länger spielen. Aber jetzt haben wir früher Urlaub.»

Bayern-Trainer Jupp Heynckes machte seine Ankündigung wahr und schonte im letzten Pflichtspiel des Jahres für den souveränen Herbstmeister fast keinen seiner Stars. Nur Bastian Schweinsteiger nach seinem Schlüsselbeinbruch und der angeschlagene Nationalspieler Thomas Müller (Oberschenkelverhärtung) fehlten, zudem musste Torjäger Mario Gomez eine Halbzeit lang Ivica Olic den Vortritt im Sturm lassen. «Bei Müller ist das Risiko ist zu groß», sagte Heynckes. Im letzten Spiel des Jahres belohnte der Trainer Olic für seine guten Trainingsleistung. «Ich wollte ihm mal die Gelegenheit geben, dass er von Anfang an spielt.»

Zur Pause musste Olic wieder gehen, Gomez kam. «Wir müssen eine Klasse-Leistung abrufen. Das wissen meine Spieler. Ich sehe meine Spieler sehr konzentriert», sagte Heynckes vor dem Anpfiff. Letztendlich war es denn auch so, aber erst nach einer Kabinenpredigt des Trainers in der Halbzeitpause. «Wir wollten es souveräner gestalten, aber am Ende kann sich keiner beschweren, wenn wir 2:1 gewinnen», sagte Kroos nach dem Schlusspfiff.

Vorher gab Faton Toski den ersten Schuss im laufenden Pokal-Wettbewerb auf das Bayern-Tor ab, Manuel Neuer pflückte den Ball von der Linie. Braunschweig und Ingolstadt waren bei ihren Pokal-Niederlagen gegen die Münchner nicht so gefährlich gewesen, wie der momentane Zweitliga-Neunte aus Bochum. Es kam noch besser, wenig später jubelte der Außenseiter: Aydin war auf dem rechten Flügel auf und davon gegangen und kein Münchner war richtig bei der Sache. Ein schneller Querpass, Federico stand goldrichtig, staubte ab und die Bochum-Fans feierten Karneval.

Im Gegenzug vergab Robben nach Kroos-Flanke den Ausgleich - es war die einzige Möglichkeit der Münchner vor der Pause. Die Bochumer wurden immer kecker und zeigten weiter jene Leidenschaft, die die Bayern vermissen ließen. Wie kläglich sich der haushohe Favorit verkaufte, zeigte Robben kurz vor der Halbzeit. Erst wurde der Star-Stürmer elfmeterreif getroffen. Dann stürmte der Niederländer einen Schritt weiter, ging theatralisch zu Boden und sah völlig zu Recht die Gelbe Karte.

Mit hochrotem Kopf stürmte Heynckes in die Katakomben. Die nun mit ganz anderer Körpersprache spielenden Münchner erarbeiteten sich Chancen im Minutentakt. Ein doppelter Doppelpass zwischen Kroos und Gomez sorgte nach dem Wechsel für den Ausgleich. Nach einer Stunde hatten sich die Bochumer erholt, das Team von Trainer Andreas Bergmann suchte sein Glück mit Kampf und Konter-Fußball.

Bei den Münchner war es vor allem Franck Ribéry, der nach seinem Ausraster gegen Köln wieder gut aufgelegt war und mit seinen Dribblings auf der linken Seite Gefahr ausstrahlte. Der Franzose sorgte nach einem Fehlpass von Christoph Dabrowski dann auch für die Entscheidung, spielte Robben mustergültig frei. «Es tut mir unheimlich leid für die Mannschaft. Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Aber wir können stolz auf unsere Leistung sein», sagte Bochums Unglücksrabe.