Washington (dpa) - Im Verfahren gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning hat die Anklage nach Medienangaben am Montag (Ortszeit) gleich mehrere Beweise vorgelegt, die nach ihrer Ansicht klar auf Kontakte zur Enthüllungsplattform hinweisen.

Dazu gehörten Chat-Protokolle zwischen Manning und Wikileaks-Gründer Julian Assange, die auf dem Computer des Angeklagten gefunden worden seien, berichtete die «Washington Post» am Dienstag. Beide hätten über den Austausch von Regierungsinformationen gesprochen.

Manning wird beschuldigt, während seines Einsatzes als Analyst der US-Armee im Irak geheime Papiere an Wikileaks weitergegeben zu haben. Die Veröffentlichung umfangreicher Aufzeichnungen zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie hunderttausender Diplomatendepeschen im Internet hatten die USA und Regierungen in aller Welt bloßgestellt. Die Anhörung, die klären soll, ob die Beweise für die Eröffnung eines Militärprozesses ausreichen, wurde am Dienstag in Fort Meade (Maryland) fortgesetzt.

Der «Washington Post» zufolge beschrieb ein Zeuge am Montag eine Speicherkarte, die Manning gehört und fast 500 000 Feldprotokolle aus den Kriegen im Irak und in Afghanistan enthalten habe. Weitere Zeugen hätten ausgesagt, dass eine mutmaßlich von Manning gelöschte Datei auf einem der Arbeitscomputer des Angeklagten mehr als 100 000 Depeschen des US-Außenministeriums enthalten habe.

Das Blatt zitierte einen Militärrechtsexperten von der Yale Law School mit den Worten, die von der Anklage vorgelegten Beweise seien «äußerst schädlich» für den 25-jährigen Manning. Er sei «in ernsten Schwierigkeiten».

Bericht der Washington Post

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