Kiel (dpa) - Die Konjunktur in Deutschland gerät nach Ansicht des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) im kommenden Jahr in eine Schwächephase. Die hohe Unsicherheit wegen der Staatsschuldenkrise werde sich zunehmend auf die Nachfrage der Haushalte und Unternehmen auswirken.

Das schreibt das IfW in einer am Dienstag in Kiel veröffentlichten Konjunkturstudie. Zudem dürften negative Impulse vom Außenhandel kommen, da die Produktion bei wichtigen Handelspartnern im Euroraum sinken könnte.

Die Forscher reduzierten ihre Wachstumserwartungen für 2012 von 0,8 auf 0,5 Prozent. Sie sehen zwar hohe Risiken, erwarten aber dennoch keine Rezession in Deutschland - wenn sich die Lage an den Finanzmärkten beruhigt und sich eine Lösung der Schuldenkrise abzeichnet. Dann werde die Konjunktur schon im Sommerhalbjahr wieder anziehen und die Wirtschaft 2013 um 1,7 Prozent wachsen.

Für das vierte Quartal des laufenden Jahres erwartet das IfW eine leicht rückläufige Wirtschaftsleistung, was dann insgesamt für 2011 zu einem Wachstum des Inlandsprodukts von 2,9 Prozent führt. Im nächsten Jahr sollen dann die Investitionen wieder anziehen und der private Konsum dürfte zur Stabilisierung beitragen, schreiben die Kieler Wissenschaftler.

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt bleiben nach der Studie in den nächsten beiden Jahren gut. 2012 werde die Zahl der Arbeitslosen um rund 110 000 und im Jahr darauf nochmals um 140 000 Personen auf dann 2,7 Millionen zurückgehen. Die Inflationsrate sei allerdings im Vergleich zu anderen Euro-Ländern hoch: 1,8 Prozent im nächsten und 2,0 Prozent im übernächsten Jahr.

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