Deutschlands Unternehmer zum Jahreswechsel optimistisch

München (dpa) - Allen Warnungen vor einer Konjunkturflaute 2012 und den schlechten Nachrichten von der Euro-Schuldenkrise zum Trotz gehen Deutschlands Unternehmer den Jahreswechsel optimistisch an. Nachdem sie dem ifo-Geschäftsklimaindex bereits im November überraschend zu einem Anstieg verholfen hatten, hoben sie auch im Dezember den Daumen. Das wichtige Konjunkturbarometer stieg um 0,6 auf 107,2 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen Lage ist unverändert gut. Deutlich nach oben gingen von 97,3 auf 98,4 Punkte die Erwartungen für die nächsten sechs Monate. «Die Stimmungsaufhellung ist kaum zu erklären», sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle.

Verkauf von T-Mobile USA ist geplatzt

Dallas/Bonn (dpa) - Die Deutsche Telekom bleibt auf ihrer Mobilfunktochter T-Mobile USA sitzen. Der US-Branchenriese AT&T hat nach anhaltenden Bedenken der US-Wettbewerbshüter die 39 Milliarden Dollar (zuletzt 30 Mrd Euro) schwere Übernahme abgeblasen, wie der Konzern am späten Montag in Dallas verkündete. Die Deutsche Telekom darf sich immerhin über ein Trostpflaster freuen: Sie bekommt 3 Milliarden Dollar in bar. Zudem darf sie das Netz des größeren Rivalen mitnutzen und bekommt überdies begehrte Funkfrequenzen. AT&T bezifferte den Gesamtwert des Ausgleichspakets auf 4 Milliarden Dollar.

EU-Kommission besiegelt WestLB-Ende

Brüssel (dpa) - Das Ende der einst größten deutschen Landesbank WestLB mit aktuell noch etwa 4300 Arbeitsplätzen ist besiegelt. Die EU-Kommission genehmigte am Dienstag einen drastischen Umbauplan: Die WestLB wird zum 30. Juni 2012 zerschlagen. Sie wird danach keine neuen Bankgeschäfte mehr tätigen, teilten Europas oberste Wettbewerbshüter mit. Im Gegenzug genehmigt Brüssel staatliche Beihilfen von 3,4 Milliarden Euro. Das Sparkassengeschäft mit etwa 400 Arbeitsplätzen kommt unter das Dach der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Alle unverkäuflichen Geschäfte der WestLB kommen zum 30. Juni 2012 in die Bad Bank.

Ferrostaal muss 140 Millionen Euro für Schmiergeldaffäre bezahlen

München (dpa) - Im Schmiergeldprozess gegen zwei frühere Manager des Industriedienstleisters Ferrostaal sind ein ehemaliger Vorstand und ein früherer Prokurist zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem müssen sie 36 000 Euro beziehungsweise 18 000 Euro Geldstrafe bezahlen. Sie hatten gestanden, dass der Verkauf von U-Booten in Griechenland und Portugal mit Bestechungsgeldern angeschoben wurde. Die Firma Ferrostaal wurde als sogenannte Nebenbeteiligte, die von den Straftaten ihrer Manager profitierte, zu einer Geldbuße von knapp 140 Millionen Euro verurteilt.

London stellt sich bei IWF-Krediten für Eurozone quer

Brüssel/Berlin (dpa) - Die Briten machen bei der geplanten Stärkung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zugunsten der Eurozone vorerst nicht mit. Die Verhandlungen seien aber noch nicht beendet, betonte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. «Wir sind zuversichtlich, dass die Marke von 200 Milliarden Euro noch erreicht wird.» Die EU-Finanzminister hatten am Montag beschlossen, dass die Eurostaaten den IWF mit 150 Milliarden Euro stärken, damit der Fonds Krisenländern unter die Arme greifen kann. Die Nicht-Eurostaaten in der EU hatten sich beim Gipfel vor knapp zwei Wochen bereiterklärt, ihrerseits rund 50 Milliarden Euro beizutragen. Davon wäre auf London rund die Hälfte entfallen.

Aufgehellte Geschäftslage in Deutschland stützt Dax =

Frankfurt (dpa) - Eine besser als erwartete Stimmung bei den deutschen Unternehmen stützt den hiesigen Aktienmarkt und hat die Aufwärtsbewegung am Dienstagnachmittag noch beschleunigt. Der Dax notierte zuletzt auf seinem Tageshoch 1,39 Prozent fester bei 5750 Punkten. Der MDax kletterte um 1,38 Prozent auf 8608 Punkte und der TecDax gewann 0,99 Prozent auf 667 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3074 (Montag: 1,3039) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7649 (0,7669) Euro.