Flachau (dpa) - Mit einem Podestplatz geht es für Maria Höfl-Riesch in die kurze Weihnachtspause. Dort kann sie für ein paar Tage auch das lädierte Bein hochlegen. Beim Slalom in Flachau fehlten der Olympiasiegerin 0,46 Sekunden auf Österreichs Marlies Schild, die einen Rekord jagt.

Als im Ziel die Bestzeit aufleuchtete, ballte Maria Höfl-Riesch jubelnd die Fäuste. Zwar musste sich die deutsche Doppel-Olympiasiegerin am Ende noch Österreichs Slalom-Königin Marlies Schild geschlagen geben, aber auch mit Rang zwei war die Skirennfahrerin aus Partenkirchen beim Slalom in Flachau angesichts von Knieschmerzen sehr zufrieden. «Heute früh hätte ich das nicht für möglich gehalten», sagte Höfl-Riesch nach ihrem zweiten Podestrang des Winters. «Jetzt ist der Tag vorbei und ich bin auf dem Podest - das ist ein Traum.»

Für Schild war es der 30. Weltcup-Sieg in einem Slalom. Nur noch vier Erfolge fehlen auf den als Allzeitbestmarke geltenden Rekord von Vreni Schneider (Schweiz). Dritte wurde hinter Höfl-Riesch die Slowenin Tina Maze.

Christina Geiger verbesserte sich im zweiten Durchgang vom 18. auf den 11. Rang. Zwei Tage nach ihrer Laufbestzeit bei Platz acht in Courchevel fuhr Lena Dürr beim Finale im Hermann-Maier-Ort vor den Augen des Herminators wieder die schnellste Zeit im zweiten Durchgang - und von Rang 26 auf 15 vor. «Durch das Podium ist es sehr, sehr gutes Ergebnis», sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier.

Einen Tag nach Felix Neureuthers drittem Rang in Alta Badia - am Mittwoch ist der Partenkirchener ebenfalls in Flachau wieder im Einsatz - war Höfl-Riesch gehandicapt ins Rennen gegangen. «Ich spüre das Knie schon, aber beim Fahren kann man das ausblenden», sagte die Doppel-Olympiasiegerin. Ihr Ehemann Marcus Höfl berichtete von «heftigen Schmerzen» bei ihr.

Vor allem Anfang des ersten Durchgangs war Höfl-Riesch vorsichtiger unterwegs, konnte dann aber mehr und mehr Gas geben. Verletzt hatte sich die Gesamtweltcupsiegerin am Sonntag beim Slalom in Courchevel, wo sie später im zweiten Durchgang ausgeschieden war. Wegen einer Knorpel- und Knochenprellung hatten ihr die Mediziner eine Woche Pause empfohlen. Aber bei «einem meiner Lieblingsrennen» in Flachau, das sie im Januar zusammen mit Tanja Poutiainen (Finnland) gewonnen hatte, ließ sich die 27-Jährige nicht am Start hindern und holte sich nach Rang drei in Aspen mit einem klugen zweiten Lauf das zweite Podest des Winters. Wieder einmal sorgte Höfl-Riesch für die deutsche Topplatzierung. Knapp verfehlt wurde das Finale der besten 30 von Veronika Staber auf dem 31. Platz und von Katharina Dürr auf Rang 32. Fanny Chmelar wurde disqualifiziert, auch für Nina Perner und Barbara Wirth reichte es nicht für den zweiten Durchgang in Flachau, das nach dem Ausfall der Rennen in Levi im November als Ausrichter eingesprungen war.

Schild gewann den 12. der vergangenen 17. Torläufe im Weltcup. Zudem hatte sich die Österreicherin bei der WM im Februar Gold geholt. «Natürlich ist der Rekord in meinem Kopf drin, ich will das erreichen. Aber wenn ich am Start stehe, beschäftigt mich so etwas nicht. Da konzentriere ich mich auf das, was ich zu machen habe», sagte Schild - und hatte diesmal das gute Ende für sich. Für die Alpin-Damen geht es am 28. und 29. Dezember in Lienz mit einem Riesenslalom und einem Slalom weiter.