FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat nach unerwartet guten Konjunkturdaten und einer überraschend erfolgreichen Versteigerung spanischer Staatsanleihen zu einer kräftigen Kurserholung angesetzt. Im Handelsverlauf sprang die Gemeinschaftswährung am Dienstag deutlich über einen Cent nach oben und erreichte zeitweise ein Tageshoch bei 1,3130 US-Dollar. Im Nachmittagshandel rutschte der Euro wieder leicht zurück und hielt sich zuletzt bei 1,3120 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3074 (Montag: 1,3039) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7649 (0,7669) Euro.

Händler erklärten die Kursgewinne beim Euro unter anderem mit der überraschend guten Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Trotz anhaltend hoher Risiken im Zuge der Schuldenkrise stieg das ifo-Geschäftsklima im Dezember zum zweiten Mal in Folge. Den stärksten Kurstreiber sah Devisenexperte Harwig Wild vom Bankhaus Metzler in einer erfolgreichen Versteigerung spanischer Staatsanleihen. Nach Angaben der spanischen Notenbank konnte sich das Eurozonenland zu drastisch geringeren Zinsen bei gleichzeitig starker Nachfrage frisches Geld am Markt beschaffen.

Die Versteigerung der spanischen Anleihen zeige eine leichte Entspannung in der Euro-Schuldenkrise und habe den Kurs des Euro nach oben getrieben, sagte Experte Wild. Insgesamt habe der Handel aber in der letzten vollständigen Handelswoche des Jahres an Schwung verloren. Laut Wild war die Liquidität am Devisenmarkt im Handelsverlauf ungewöhnlich gering. Kurz vor dem Jahresende haben bereits viele Investoren begonnen, "ihre Bücher zu schließen", so der Experte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83680 (0,83980) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 101,88 (101,52) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2192 (1,2190) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.613,50 (1.598,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 38.840,00 (38.670,00) Euro.