Frankfurt/Main (dpa) - Eine massive Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) für Europas Finanzinstitute hat dem deutschen Aktienmarkt am Mittwochmittag zu weiteren Gewinnen verholfen.

Der Leitindex Dax sprang direkt nach Bekanntgabe der EZB-Daten mit einem Plus von mehr als 2 Prozent auf sein Tageshoch, kam aber bald wieder auf das frühere Niveau zurück. Zuletzt stand er 0,45 Prozent höher auf 5871 Punkten. Der MDax kletterte um 0,46 Prozent auf 8777 Punkte, der TecDax gewann 0,16 Prozent auf 677 Punkte. Bereits zuvor hatten die Nachwirkungen der starken Konjunkturdaten aus den USA und Deutschland vom Vortag der Börse Auftrieb gegeben.

Wie die EZB mitteilte, haben sich die Banken des Euroraums für den Zeitraum von drei Jahren insgesamt 489,2 Milliarden Euro zinsgünstig von der Zentralbank geliehen. Das ist deutlich mehr als die von Bankvolkswirten erwarteten 300 Milliarden Euro. An dem Geschäft hätten sich 523 Banken beteiligt, auch das ist ein sehr hoher Wert. Dies zeigt laut Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke, dass die Geldversorgung im Euroraum funktioniert. Allerdings dürfte die Seitwärtsbewegung im Dax trotz der jüngst positiven Nachrichten anhalten, vermutet der Experte.

Nach den EZB-Daten zogen vor allem Finanzwerte deutlich an. So gewannen Papiere der Commerzbank 2,86 Prozent und die der Deutschen Bank 3,40 Prozent. Die Aktien der Versicherer Munich Re und Allianz verteuerten sich um 2,41 respektive 3,34 Prozent. Dagegen verbilligten sich die Papiere des Softwareherstellers SAP deutlich, nachdem der US-Wettbewerber Oracle am Vorabend enttäuschende Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal ausgewiesen hatte. Die SAP-Papiere verloren zuletzt 3,08 Prozent und waren damit Schlusslicht im deutschen Leitindex. Die Oracle-Aktie hatte am Dienstag nachbörslich bereits mehr als 7 Prozent abgegeben.