Masar-i-Scharif/Kundus (dpa) - Nach den Soldaten im nordafghanischen Kundus hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch auch die Truppe in Masar-i-Scharif besucht. Der Minister landete am Mittag (Ortszeit) auf dem Flughafen des größten Bundeswehr-Feldlagers am Hindukusch.

Zuvor hatte er den deutschen Soldaten am gefährlichen Standort Kundus für ihren Einsatz gedankt. Der Blitzbesuch in Afghanistan kurz vor Weihnachten war aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehalten worden.

Anfang kommenden Jahres soll der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan beginnen. «Ich bin heute gekommen, um Ihnen meinen persönlichen Respekt zu zollen für die Erfüllung des Auftrags», sagte de Maizière vor etwa 150 Soldaten in Kundus. «Wir überbringen Ihnen den Dank der deutschen Bevölkerung für den Dienst, den sie hier leisten, wie sie ihn leisten.» Zwar sei der Afghanistan-Einsatz in der Bevölkerung umstritten. «Aber die Leistungen der Soldaten sind nicht umstritten. Die finden große Anerkennung.»

Vor Journalisten fügte der Minister hinzu, in diesem Jahr habe sich die Sicherheitslage erstmals seit vielen Jahren verbessert. «Wir haben einen Rückgang der sicherheitsrelevanten Zwischenfälle um 25 Prozent in ganz Afghanistan und um die Hälfte im Norden.» Anders als de Maizière sehen die UN in diesem Jahr in Afghanistan eine erneute Zunahme der Gewalt. Die Vereinten Nationen zählten bis Ende November durchschnittlich 1995 sogenannte sicherheitsrelevante Vorfälle pro Monat, 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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