Rückendeckung für Wulff wächst

Berlin (dpa) - Bundespräsident Christian Wulff bekommt angesichts anhaltender Vorwürfe immer mehr Zuspruch aus der Koalition. Nach Kanzlerin Angela Merkel nahm ihn auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière in Schutz. Wulff steht wegen seiner Beziehungen zu vermögenden Unternehmern in der Kritik. Umstritten ist ein 500 000-Euro-Kredit, den er 2008 in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident von der Unternehmergattin Edith Geerkens bekommen hatte. Wulffs Anwalt bestätigte, dass der Unternehmer Egon Geerkens seinerzeit an den Verhandlungen rund um den Kredit beteiligt war.

Hohe Abbrecherquote bei der Bundeswehr

Berlin (dpa) - Nach Aussetzung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr Schwierigkeiten, ihre Freiwilligen tatsächlich für den Dienst in den Streitkräften zu begeistern. Mehr als ein Viertel der Freiwilligen, die zum 1. Juli ihren Dienst angetreten haben, sind inzwischen nicht mehr bei der Truppe. 27,7 Prozent der Freiwilligen hätten von ihrem Recht Gebrauch gemacht, in den ersten sechs Monaten des Engagements bei der Bundeswehr ohne Angaben von Gründen ihren Dienst zu quittieren, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière der «Berliner Zeitung».

Neues Blutbad in Syrien: Assad lässt Deserteure erschießen

Damaskus (dpa) - Unmittelbar vor dem Eintreffen der ersten arabischen Beobachter in Syrien haben die Truppen von Präsident Baschar al-Assad wieder ein Blutbad unter Regimegegnern angerichtet. Mehr als 320 Menschen seien seit vorgestern getötet worden, davon allein 227 Deserteure in der Provinz Idlib, berichteten Menschenrechtsaktivisten. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben gibt es wegen der Medienblockade nicht. Assad beschloss drakonische Strafen für Waffenschmuggler bis hin zur Hinrichtung.

Ägyptens Militärrat entschuldigt sich für Gewalt gegen Frauen

Kairo (dpa) - Der Militärrat Ägyptens hat sich für das gewaltsame Vorgehen von Soldaten gegen weibliche Demonstranten bei den tagelangen Protesten in Kairo offiziell entschuldigt. Vorangegangen war eine Demonstration von mehreren tausend Frauen, die am Abend in Kairo gegen Übergriffe der Soldaten protestiert hatten. Der Militärrat kündigte ein hartes juristisches Vorgehen gegen die Verantwortlichen an. Fotos von Soldaten, die auf eine verschleierte Demonstrantin einprügelten und diese teilweise entkleideten, hatten zuletzt in Kairo, aber auch im Ausland, für Empörung gesorgt.

Russlands Duma tritt zu konstituierender Sitzung zusammen

Moskau (dpa) - Gut zwei Wochen nach der umstrittenen Parlamentswahl in Russland tritt heute die neue Staatsduma zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Bei der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Wahl war die Partei Geeintes Russland von Regierungschef Wladimir Putin zum Sieger erklärt worden. Aus Protest gegen die Wahlen waren Tausende Menschen auf die Straßen gegangen. Die Zentrale Wahlkommission hat die meisten Einwendungen gegen die Abstimmung abgewiesen. Nach Prüfung der massiven Kritik erklärte die Behörde nur die Ergebnisse in 21 der 95 000 Wahllokale für ungültig.

UN: EU-Ratsmitglieder verurteilen israelischen Siedlungsbau

New York (dpa) - Die vier europäischen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben den Beschluss Israels zur Beschleunigung des Siedlungsbaus im Westjordanland kritisiert. Deutschland, England, Frankreich und Portugal bezeichneten die Entscheidung in einer gemeinsamen Mitteilung als eine «vollständig negative» Entwicklung. Sie riefen die israelische Regierung dazu auf, diese Schritte rückgängig zu machen. Israel wurde zudem aufgefordert, politischen Willen und Führungskraft zu beweisen, um die Verhandlungen mit den Palästinensern aus der gegenwärtigen Sackgasse zu holen.