Berlin (dpa) - Bundestrainer Joachim Löw plädiert angesichts des zunehmenden Drucks und der jüngsten Burn-Out-Fälle im Profifußball für professionelle Unterstützung.

«Es tut auch gut, sich mal von außen beobachten zu lassen, sein Tun zu reflektieren und Hilfe auch anzunehmen, sei es in Form von Sportpsychologen oder Gesprächstherapien», sagte der 51-Jährige in Interviews mehrerer Zeitungen. Löw glaubt nicht, dass Druck ein spezielles Problem des Profifußballs ist, sondern dass alle Teile der Gesellschaft betroffen sind.

Er selbst spüre auch Druck, ihm helfe aber «eine gewisse Distanz zum Fußball». Deswegen versuche er seinen privaten Bereich «abzuschotten, so gut es geht». Geholfen hat ihm auch ein besseres Zeitmanagement und die bewusste Beschränkung seiner Arbeitszeit im heimischen Büro, ohne Ablenkung durch Mails oder Telefon. «Irgendwann habe ich mir gesagt, wenn ich zu Hause bin, dann mache ich alles aus und arbeite vier, fünf Stunden sehr konzentriert. Danach gehe ich einen Kaffee trinken oder ein bisschen Fußball spielen.»

Wichtig sei ihm sein Umfeld und Aufgaben delegieren zu können. «Meine engsten Mitarbeiter im Trainerteam kennen alle meine Stärken und Schwächen. Früher habe ich geglaubt, immer alles selbst zu können und machen zu müssen», erklärte Löw. «Ich weiß, dass es in meinem Stab Mitarbeiter gibt, die in machen Bereich besser sind als ich. Denen vertraue ich.» Diese würde auch kritisch etwas hinterfragen und ihm sagen: «Das geht jetzt in die falsche Richtung. Das ist die Stärke in unserem Team.»