Wulff ruft nach Neonazi-Morden zur Verteidigung der Demokratie auf

Berlin (dpa) - Als Konsequenz aus der beispiellosen Mordserie von Neonazis hat Bundespräsident Christian Wulff zur entschlossenen Verteidigung der Demokratie und zu einer offenen Gesellschaft in Deutschland aufgerufen. «Wir schulden uns allen Wachsamkeit und die Bereitschaft, für unsere Demokratie und das Leben und die Freiheit aller Menschen in unserem Lande einzustehen», sagte er in seiner Weihnachtsansprache. Alle in Deutschland lebenden Bürger müssten in Sicherheit leben können. Es dürfe keinen Platz geben für Fremdenhass, Gewalt oder politischen Extremismus.

Tausende demonstrieren gegen Rechts - Steinwürfe

Bielefeld (dpa) - Tausende Menschen haben in Bielefeld gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten demonstriert. Aufgerufen hatte ein breit gefächertes Bündnis, an dem sich auch Kirchen und Gewerkschaften beteiligten. Sie stellten sich gegen einen seit langem geplanten Marsch von Neonazis zu einem linksorientierten Jugendzentrum. Nach Schilderung der Polizei verliefen die Gegenaktionen weitestgehend friedlich. Jedoch seien von einer Eisenbahnbrücke aus Steine und Obst auf die darunter marschierenden etwa 70 Neonazis geworfen worden.

Zollitsch fordert weniger Konsum zu Weihnachten

Berlin (dpa) - Führende Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche haben zu Weihnachten weniger Konsum gefordert. Wenn der Schwerpunkt oder der ganze Sinn von Weihnachten auf Geschenke gelegt werde, sei das eine Fehlentwicklung, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, der «Neuen Ruhr/Neue Rhein Zeitung». Der Erzbischof von Berlin, Rainer Maria Woelki, sagte, der Traum vom grenzenlosen Wohlstand sei endgültig ausgeträumt.

Rekordbeteiligung bei Protesten in Moskau

Moskau (dpa) - Bei den Anti-Regierungsprotesten in Russland zeichnet sich eine Rekordbeteiligung ab. Damit wären es die größten Proteste seit dem Machtantritt von Wladimir Putin vor gut zehn Jahren. Die Polizei in Moskau gab die Zahl der Demonstranten offiziell mit 29 000 Menschen an. Der Oppositionspolitiker und frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow sprach von deutlich mehr als 100 000 Demonstranten. Die Angaben gehen traditionell weit auseinander, weil die Zahl der Demonstranten immer auch für die jeweilige Seite im politischen Kampf als Argument genutzt wird.

Syriens Opposition: Muslimbrüder nicht an Anschlägen beteiligt

Kairo (dpa) - Syriens Opposition hat Berichte über eine Beteiligung der Muslimbruderschaft an den Selbstmordanschlägen in Damaskus dementiert. Die Aktivisten warfen stattdessen dem Regime von Präsident Baschar al-Assad vor, die Webseite der syrischen Muslimbrüder im Internet manipuliert zu haben. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach sich die Muslimbrüder auf ihrer Webseite zu den Attacken vom Vortag mit mindestens 44 Toten bekannt hatten. Das wies Syriens Oppositionsbewegung vehement zurück.

Trauerfeier nach Anschlägen in Syrien

Kairo (dpa) - In Damaskus haben sich tausende Menschen zu einer offiziellen Trauerfeier für die Opfer der gestrigen Anschläge versammelt. Dutzende in syrische Fahnen gehüllte Särge wurden laut Augenzeugen an der Menschenmenge vorbeigetragen und schließlich in einer Moschee aufgestellt. Die Toten seien Märtyrer des freien Syriens, riefen Anhänger von Präsident Baschar al-Assad. Syriens Regime macht das Terrornetzwerk Al-Kaida für die Anschläge verantwortlich. Nach offiziellen Angaben starben 44 Menschen, als sich zwei Männer in ihren Autos in die Luft sprengten.