Köln (SID) - Das Doping-Problem belastet den Sport nach wie vor in nahezu allen Sportarten. Diese These stellt Richard Pound auf, von 1999 bis 2007 Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Der Kanadier, der jahrelang auch Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) war, sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger (Samstag-Ausgabe): "Doping ist weiter evident. Es ist weiter das heikelste Thema des Sport-Business. Es ist kurierbar, aber es ist damit ein harter Kampf verbunden."

Grundsätzlich könne die Aufklärungsquote besser sein, aber nicht immer arbeiteten die handelnden Organisationen so gut zusammen, wie es möglich wäre: "Wir sind im Kampf gegen Doping längst nicht so weit, wie wir sein könnten. In einer idealen Welt arbeiten alle Organisationen zusammen: Der Sport, also vor allem die Verbände, die Politik und die nationalen Anti-Dopingagenturen. Doch das sehe ich nicht."

Besonders Staaten, die aus Diktaturen hervorgegangen seien, hätten noch Probleme mit einer geregelten Anti-Doping-Politik. Pound spricht explizit "Russland und Weißrussland" an. Aber er ermahnt auch "Staaten, die noch Diktaturen sind: China. Sie haben Probleme, die wir uns gar nicht vorstellen können." Zudem bereiteten Dopingnetzwerke wie etwa das der enttarnten Zulieferer Victor Conte und Eufemiano Fuentes Sorgen. Laut Pound gibt es noch zahlreiche solcher Geheimorganisationen: "Da gibt es Hunderte. Weltweit. Da bin ich sicher."