Washington (dpa) - Nach ihrem Cyberangriff auf renommierte US-Sicherheitsberater hat die Hackerorganisation «Anonymus» nach eigenen Angaben riesige Mengen Kundeninformationen ins Netz gestellt.

Die lose organisierte Gruppe veröffentlichte in der Nacht zum Samstag Links, die zu 75 000 Namen, Adressen, Kreditkartennummern und Passwörtern von Kunden der Firma Stratfor führen sollen.

Zudem seien 860 000 Benutzernamen und E-Mail-Adressen von allen Personen aufgelistet, die sich je auf der Unternehmensseite hatten registrieren lassen. Mehrere Stunden nach der «Anonymus»-Erklärung waren die Inhalte, die sich unter den Links finden sollten, bereits gelöscht.

In der Mitteilung kündigt die Gruppe weitere Cyberattacken für die Silvesternacht an. «Von Küste zu Küste» werde man eine Reihe von Sicherheits- und Justizbehörden ins Visier nehmen.

Stratfor - die Wortschöpfung steht für Strategic Forecasting (Strategische Vorhersagen) - ist auf Analysen der internationalen Sicherheitslage spezialisiert und versorgt seine Kunden mit Berichten. Bei der Hackerattacke wurden E-Mail-Bestände und Kreditkarten-Informationen entwendet. Anschließend berichteten Kunden über Überweisungen in ihrem Namen an wohltätige Organisationen. Zunächst hatte es Zweifel gegeben, ob tatsächlich Anonymus hinter der Attacke steckte oder Splittergruppen oder Trittbrettfahrer.

Anonymus-Mitteilung