Frankfurt/M. (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag fest in den Handel gestartet. Mit Rückenwind durch gute Vorgaben aus Übersee legte der Leitindex in der ersten Handelsstunde 1,33 Prozent auf 6.097,20 Punkte zu.

Am Vortag hatte er noch die am Freitag begonnene Konsolidierung nach dem starken Jahresstart fortgesetzt und etwas tiefer geschlossen.

Der MDax legte auch den Vorwärtsgang ein und gewann 1,47 Prozent auf 9.298,50 Punkte. Belastet von einem Kurseinbruch bei der Software AG fiel der TecDax dagegen um 1,49 Prozent auf 702,64 Punkte.

Kurstreiber ist laut Händlern die positive Vorgabe: Die US-Börsen hatten am Vorabend nahe dem Tageshoch geschlossen und in Asien waren Gewinne zu verzeichnen, nachdem der Aluminium-Konzern Alcoa nachbörslich die Berichtssaison in den USA eröffnet hat. Die Zahlen fielen in etwa wie erwartet aus und das reicht laut Börsianern bereits, um für etwas Zuversicht zu sorgen, da negative Szenarien bereits ausreichend in den Kursen enthalten seien. Ein Händler sagte: "Die Hoffnung liegt nun darauf, dass die US-Unternehmen ein helleres Bild malen und Investoren dazu bringen, ihr geparktes Geld in den günstig bewerteten Aktienmarkt zu investieren."

SOFTWARE AG MIT GEWINNWARNUNG

Unter den Einzelwerten sind die Aktien der Software AG um fast 20 Prozent auf 24,33 Euro eingebrochen. Das schwache Geschäft in Amerika und eine Zurückhaltung der Kunden dem zweitgrößten deutschen Softwarehersteller das Geschäft im wichtigen Schlussquartal verhagelt. Händler sprachen von einer Gewinnwarnung und angesichts der erneuten Enttäuschung drohe auch ein Vertrauensverlust. Bereits Mitte Juli hatte das Unternehmen mit einem überraschenden Umsatzrückgang im zweiten Quartal für eine kräftige Enttäuschung gesorgt und den Kurs auf Talfahrt geschickt. Auch SAP-Titel litten mit einem Minus von 1,58 Prozent auf 41,99 Euro darunter.

Im Dax kamen die Siemens-Aktien mit 2,01 Prozent auf 74,23 Euro unter Druck. Dafür verantwortlich gemacht wurden Aussagen von Finanzchef Jo Kaeser in einem Interview, wonach die bislang angestrebten Jahresziele "ambitioniert" seien. Darüber hinaus belastete eine enttäuschende Geschäftsentwicklung beim Konkurrenten Philips den Kurs.

COMMERZBANK UND DEUTSCHE POST LEGEN ZU

Commerzbank-Titel waren dagegen mit plus 2,46 Prozent auf 1,207 Euro unter den Favoriten im Leitindex zu finden. Verwiesen wurde auf Aussagen der teilverstaatlichten Bank, wonach sie die Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA aus eigener Kraft stemmen kann. Außerdem legten die Aktien der Deutschen Post 2,97 Prozent zu: Händler begründeten dies mit Aussagen von Finanzchef Larry Rosen auf einer Investorenkonferenz, wo dieser die Prognose für 2011 und die mittelfristigen Ziele des Logistikkonzerns bestätigt hat.

Im MDax setzten sich die Lanxess-Titel mit einem Aufschlag von 5,26 Prozent auf 45,065 Euro mit großem Abstand an die Spitze. Sie profitierten dabei von einer doppelten Hochstufung durch die Analysten von Merill Lynch, die die Papiere statt ihres bisherigen "Underperform"-Votums künftig zum Kauf empfehlen. Symrise dagegen wurden von der Bank of America-Tochter abgestuft. Sie hinkten dem Markt mit einem knappen Plus von 0,02 Prozent als zweitschwächster MDax-Wert hinterher.