Berlin (dpa) - Der schleswig-holsteinische FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki stellt sich im Streit um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer gegen den Kurs von Parteichef Philipp Rösler.

In der «Leipziger Volkszeitung» rät er seiner Partei, ihren harten Ablehnungskurs aufzugeben. «Die Finanztransaktionssteuer muss kommen.»

Kubicki, der im Mai eine Landtagswahl bestehen muss, sagte weiter: «Ich halte es nicht für klug, in dieser Frage einen Konflikt mit der Union aufzubauen.» Klug wäre es aus seiner Sicht, sinnvolle eigene Schritte einzuleiten, die es vielleicht auch Großbritannien ermöglichen, in absehbarer Zeit einer Finanztransaktionssteuer für den gesamten EU-Raum beizutreten.

Die FDP lehnt eine Einführung der Abgabe auf Finanzgeschäfte allein in den 17 Euro-Ländern bislang ab und plädiert für eine Einbeziehung aller 27 EU-Länder - einschließlich Großbritanniens, das wegen des Finanzplatzes London gegen die Steuer ist. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich dagegen dafür ausgesprochen, die Finanzsteuer notfalls auch nur in der Euro-Zone einzuführen. Sie ging damit auf Konfrontationskurs zum Koalitionspartner.

Die FDP warnt davor, dass bei Einführung nur in der Euro-Zone der Finanzstandort Deutschland geschädigt würde und Geschäfte verlagert werden könnten - etwa nach London oder in weniger scharf regulierte Börsenplätze. Kubicki sagte dazu, wer erkläre, damit gehe eine Reihe von Geschäften verloren, «der muss sich die Frage beantworten, ob wir derlei Spekulationsgeschäfte überhaupt wollen».