Kairo (dpa) - Syriens Präsident Baschar al-Assad hat bei seiner ersten Rede seit sieben Monaten einen Zeitplan für Reformen genannt. Demnach soll bis März eine neue Verfassung ausgearbeitet und in einem Referendum bestätigt werden.

Das kündigte er am Dienstag bei einer mehr als eineinhalbstündigen Rede in Damaskus an. Zuvor hatte Assad betont, dass er die Verantwortung nicht abgeben werde. Auch habe er keinen Befehl gegeben, auf Demonstranten zu schießen. Seit Beginn der Massenproteste gegen das Regime im März sind nach UN-Schätzungen mehr als 5000 Menschen ums Leben gekommen.

Bei einem Angriff regimetreuer Schabiha-Milizen wurden zwei kuwaitische Beobachter der Arabischen Liga in Syrien leicht verletzt. Das meldete die kuwaitische Nachrichtenagentur KUNA am Dienstag. Die beiden Offiziere seien ins Krankenhaus gebracht worden. Sie hätten ihre Arbeit in der Beobachtermission aber kurz danach fortsetzen können.

Der Nachrichtensenders Al-Arabija meldete unter Berufung auf Aktivisten, die Milizionäre hätten in der westsyrischen Stadt Latakia auf ein Auto der Beobachtermission geschossen. Der Vorfall habe sich am Montagabend ereignet.

Beobachter der Arabischen Liga sind seit Dezember in Syrien. Ihr Ziel ist es, die Gewalt zu beenden sowie den Abzug der Truppen aus den Städten und die Freilassung politischer Gefangener zu überwachen. Da das Blutvergießen in Syrien aber unvermindert weiterging, wird der Einsatz von der Opposition kritisiert.

Bei erneuten Massenprotesten während der Rede von Präsident Baschar al-Assad töteten syrische Sicherheitskräfte und Milizionäre nach Angaben eines Aktivisten am Dienstag mindestens acht Menschen. «Tod dem Teufel» hätten die Demonstranten in der syrischen Provinz Homs gerufen, sagte der syrische Aktivist Omar Homsi der Nachrichtenagentur dpa.