München (dpa) - Die angeschlagene BayernLB kostet den Steuerzahler erneut Geld. Dieses Mal sind die Probleme in Ungarn Schuld. Eine Abschreibung auf die ungarische Tochter MKB drückt die Bank in die roten Zahlen.

Die Eigentümer von Genussscheinen und Halter von Stillen Einlagen müssen sich nach aktuellem Stand der Dinge am Verlust beteiligen, teilte die Bank, die zu 94 Prozent dem Freistaat Bayern gehört, am Donnerstag in München mit.

Eine genaue und verbindliche Aussage darüber könne erst Ende April 2012 getroffen werden. Die Wertberichtigung in Ungarn sei unter anderem wegen einer Bankenabgabe und dem jüngst verabschiedeten Fremdwährungswandelgesetz in dem Land notwendig. Der zu erwartende Verlust bezieht sich auf die Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch.

Damit reißen die Probleme für die Landesbank nicht ab. In den Jahren 2008 und 2009 hatte die BayernLB wegen Fehlspekulationen auf dem US-Immobilienmarkt und des Desasters um den Fehlkauf der Hypo Alpe Adria Verluste von zusammen nahezu acht Milliarden Euro eingefahren. Nach der Rettung durch das Land Bayern im Jahr 2008 musste die Bank sich radikal verkleinern, zahlreiche Niederlassungen im Ausland schließen und tausende Stellen streichen.

Allein im vergangenen Jahr sank die Zahl der Mitarbeiter um rund 1000 auf knapp 11 000. Ihren größten Verlustbringer, die Hypo Alpe Adria, gab die Bank Ende 2009 notgedrungen an Österreich ab.