Nove Mesto (dpa) - Sieg-Hattrick verpasst, aber stark als Team: Die deutschen Biathleten haben im Einzel-Rennen von Nove Mesto zwar keinen Podestplatz ergattert, sind aber gleich im Dreierpack in die Top Ten gelaufen.

Nach der Siegesserie von Oberhof mit den Erfolgen von Arnd Peiffer und Andreas Birnbacher war Florian Graf im WM-Ort von 2013 über die 20 Kilometer der stärkste deutsche Skijäger. Als Siebter lag der Eppenschlager 1:51,1 Minuten hinter dem fehlerfrei schießenden Andrej Makowejew. Der Russe holte vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen und Björn Ferry aus Schweden seinen ersten Weltcupsieg. Birnbacher und Peiffer belegten die Ränge acht und neun.

«Das liegt an unserer konstanten Arbeit im Vorfeld der Saison, die sich jetzt auszahlt. Der Januar ist ein bisschen traditionell der Monat der Deutschen», resümierte Sprint-Weltmeister Peiffer, der trotz dreier Strafminuten das beste Einzelergebnis seiner Karriere schaffte. Grundlage dafür war die zweitbeste Laufzeit, er war sogar schneller als der norwegische Überflieger Svendsen. Eine bessere Platzierung verbaute sich der Harzer am Schießstand, wo er insgesamt drei Scheiben stehen ließ und 2:01,6 Minuten hinter dem Sieger lag. «Die brechen einem am Ende ein bisschen das Genick. Aber ich bin trotzdem zufrieden», meinte der Sprintsieger von Oberhof.

Dass es im Biathlon-Klassiker vor allem auch auf das Schießen ankommt, zeigte Graf. Er war mit nur einem Fehler bei 20 Schuss der treffsicherste DSV-Akteur. Und hätte er nicht in der Loipe Pech gehabt, wäre sogar noch mehr drin gewesen. In der dritten Runde stieg ihm ein Kontrahent auf den Stock. «Ich habe dann meinen Stock verloren. Es hat eine dreiviertel Runde gedauert, bis ich wieder den Richtigen hatte und das hat ganz schön Kraft gekostet», berichtete der 23-Jährige. Der zuvor gereichte Ersatzstock war zu groß, was Graf beim Laufen behinderte: «Das ist ein bisschen schade. Aber mit einem Fehler bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden.»

Auch Birnbacher war auf der Strecke einer der Besten, vergab aber mit zwei Strafminuten einen möglichen Sieg. «Die beiden Fehler hätten nicht unbedingt sein müssen», sagte der Massenstart-Gewinner von Oberhof. Zudem ließ ihn sein Material zum Ende hin etwas im Stich, der Rückstand auf Makowejew betrug 1:55,2 Minuten. «Hinten raus ist es mir nicht mehr ganz so gut ergangen, da hat mein Ski etwas abgebaut», berichtete der Schlechinger. Er hatte sich zudem auf ein leichteres Streckenprofil eingestellt. Aber seine Vorab-Informationen erwiesen sich als falsch. «Als ich das erste Mal rum bin, habe ich schon gewusst, dass es ein hartes Ding wird», meinte der 30-Jährige lachend.

Simon Schempp, in Östersund noch Dritter im Klassiker über die 20 Kilometer, lag nach insgesamt vier Strafminuten als 30. weit zurück. «Die zwei Fehler am Schluss haben mir ein besseres Ergebnis verbaut», meinte er. Daniel Böhm (3) wurde 24., Erik Lesser (6) nur 83.. Lediglich der Russe Makowejew zeigte sich in dem harten Rennen als Kunstschütze. Er räumte bei seinen 20 Schuss alle 20 Scheiben ab - das war der Schlüssel zu seinem ersten Weltcupsieg.