Frankfurt (dpa) - Gut verlaufene Anleihen-Auktionen in Spanien und Italien haben dem deutschen Aktienmarkt erneuten Aufwind verliehen. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA ließen am Nachmittag jedoch einen Teil der Gewinne abbröckeln.

Mit zuletzt plus 0,81 Prozent auf 6.201,87 Punkte hielt sich der Leitindex jedoch denkbar knapp über der Marke von 6.200 Punkten, die er am Vormittag erstmals seit Ende Oktober wieder übersprungenen hatte. Der MDax legte um 1,18 Prozent auf 9.581,65 Punkte zu und der TecDax gewann 1,20 Prozent auf 722,10 Punkte.

Spanien hat am Donnerstag doppelt so viel Kapital eingesammelt wie anvisiert und Italien hat sich zu erheblich günstigeren Konditionen Mittel besorgt. Die daraufhin ausbrechende Euphorie wurde am Nachmittag aber etwas von Konjunkturdaten aus den USA getrübt: "Die Daten enttäuschen den Markt und lassen die gute Stimmung der Bondauktion des Morgens teilweise verblassen", sagte Chefhändler Oliver Roth von der Close Brothers Seydler Bank.

Die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren stärker als erwartet gestiegen und zudem enttäuschte der Anstieg der Einzelhandelsumsätze für Dezember. Mit dem unverändert gebliebenen Leitzins blieb eine Überraschung seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) dagegen aus.

Die Douglas-Aktien verbuchten im MDax ein spektakuläres Kursplus von rund einem Viertel auf 31,71 Euro. Die Gründerfamilie des Handelskonzerns sorgte bei den Papieren für Übernahmefantasie: "Die Familie Kreke steht voll und ganz hinter der Douglas-Gruppe und erwägt, Anteile zusammen mit Finanzinvestoren aufzustocken", sagte Vorstandschef Henning Kreke am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Im Dax lagen Finanzwerte an der Spitze, was Händler vor allem mit den nachlassenden Sorgen um die Schuldenkrise begründeten. Die Commerzbank-Papiere setzten ihren Lauf der vergangenen beiden Tage mit einem Aufschlag von 5,86 Prozent auf 1,374 Euro fort und die Titel der Deutschen Bank rückten um 3,44 Prozent auf 28,90 Euro vor.

Größter Dax-Verlierer waren dagegen Metro mit einem Minus von 2,59 Prozent. Laut Händlern trübte ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft des britischen Konkurrenten Tesco das Stimmungsbild.