Frankfurt/Main (dpa) - Gut verlaufene Anleihe-Auktionen in Spanien und Italien haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag erneuten Aufwind verliehen. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA ließen am Nachmittag jedoch einen Teil der Gewinne abbröckeln.

Mit zuletzt plus 1,02 Prozent auf 6215 Punkte hielt sich der Dax jedoch über der Marke von 6200 Punkten, die er am Vormittag erstmals seit Ende Oktober wieder übersprungen hatte. Der MDax legte um 1,32 Prozent auf 9595 Punkte zu, der TecDax gewann 1,38 Prozent auf 723 Punkte.

Spanien hat am Donnerstag doppelt so viel Kapital eingesammelt wie anvisiert und Italien hat sich zu erheblich günstigeren Konditionen Mittel besorgt. Die daraufhin ausbrechende Euphorie wurde am Nachmittag aber etwas von Konjunkturdaten aus den USA getrübt. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren stärker als erwartet gestiegen und zudem enttäuschte der Anstieg der Einzelhandelsumsätze für Dezember. Mit dem unverändert gebliebenen Leitzins blieb eine Überraschung seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) dagegen aus.

Die Douglas-Aktien verbuchten im MDax ein spektakuläres Kursplus von rund einem Viertel auf 31,80 Euro. Die Gründerfamilie des Handelskonzerns will sich zusammen mit finanzkräftigen Investoren den vollen Zugriff auf das Unternehmen sichern und sorgte so bei den Papieren für Übernahmefantasie. Im Dax setzten sich dank der guten Anleihe-Auktionen die Bankenwerte an die Spitze, allen voran Commerzbank-Papiere: Sie setzten ihren Lauf der beiden Vortage mit einem kräftigen Plus von 6,32 Prozent auf 1,38 Euro fort.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,49 Prozent (Mittwoch: 1,52 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,25 Prozent auf 131,52 Punkte. Der Bund Future gab moderat um 0,06 Prozent auf 139,26 Punkte nach. Der Euro dagegen stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2736 (1,2718) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7852 (0,7863) Euro.