Köln (dpa) - Auch aus der nordrhein-westfälischen CDU wird Bundespräsident Christian Wulff jetzt aufgefordert, alle Details zu seiner Kredit- und Medienaffäre offenzulegen.

«Wer der Öffentlichkeit sagt, wir brauchen Transparenz, muss sie am nächsten Tag auch so herstellen, wie er das versprochen hat», sagte der Fraktionsgeschäftsführer der CDU im Landtag, Armin Laschet, am Donnerstag im WDR-Hörfunk. Wenn Wulff die Veröffentlichung nicht freigebe, «wird die Debatte weitergehen».

Wulffs Anwälte verweigern die geforderte Veröffentlichung aller Informationen zur Kredit- und Medienaffäre aus Rechtsgründen. Eine Offenlegung der Antworten auf die Anfragen von Journalisten würde deren Recht am eigenen Wort und am Schutz ihrer Rechercheergebnisse oder -ziele verletzen, argumentieren die Juristen.

Laschet betonte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe keine Möglichkeit, Wulff zur Veröffentlichung der Antworten zu veranlassen. «Das kann sie nicht.» Der Bundespräsident sei nicht ihr Mitarbeiter. «Es ist völlig egal, ob Frau Merkel zu ihm steht oder nicht zu ihm steht, wenn er sagt: "Ich bleibe Bundespräsident", dann bleibt er Bundespräsident», erläuterte Laschet.

Interview Laschet