Stuttgart (dpa) - In der baden-württembergischen CDU wachsen die Zweifel, ob sich Bundespräsident Christian Wulff im Amt halten kann.

Der Landeschef der Jungen Union, Nikolas Löbel, sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart: «Es ist schon spürbar, dass in der Partei Skepsis herrscht, ob er in den nächsten Jahren seiner Aufgabe gewachsen ist.» Es dürften auf keinen Fall neue Vorwürfe in der Kredit- und Medienaffäre auftauchen. «Zudem muss er in der nächsten Zeit noch mehr überzeugen als bisher», verlangte Löbel.

Wulff habe bei der Bewältigung der Affäre «schwere Fehler» gemacht. «Da erwartet man etwas anderes von jemanden, der als Politiker ins Amt gekommen ist.» Allerdings liege es ganz allein an Wulff, «zu entscheiden, ob er sich für dieses Amt würdig fühlt». Wenn er weitermache, werde ihn die Partei unterstützen: «Er hat eine zweite Chance verdient», sagte der JU-Landeschef.

CDU-Landeschef Thomas Strobl hatte am Dienstag gesagt, dass es im Landespräsidium und -vorstand «eine Reihe von kritischen Bemerkungen» gegeben habe, was den Umgang Wulffs mit den Vorwürfen angehe. Allerdings soll es keine Rücktrittsforderungen gegeben haben.

Dagegen hatte der frühere Landesumweltminister Ulrich Müller (CDU) den Bundespräsident zum Rückzug aufgefordert. «Ich glaube nicht, dass es richtig ist, wenn Wulff weiter im Amt bleibt», hatte der Landtagsabgeordnete der «Schwäbischen Zeitung» (Dienstag) gesagt. Zu Wulff Krisenmanagement hatte er erklärt: «Wenn es nur handwerkliche Fehler waren, könnte man sagen, das sollte nicht passieren - aber ich fürchte, es waren mehr als handwerkliche Fehler.»